Spätestens seit dem Abpfiff des WM-Halbfinals zwischen Argentinien und England reden alle über die Falkland-Inseln. Die argentinischen Spieler auf der einen Seite, die Briten und ihre Politiker auf der anderen. Doch niemand redet mit den Falklandinseln. Das wollen die 3460 Bewohner der Inselgruppe jetzt ändern. Ihre Regierung hat sich mit einem offiziellen Statement an das Disziplinarkomitee der Fifa gewandt.
Regierung der Falkland-Inseln appelliert an die Fifa
In dem Schreiben heißt es: „Wir hoffen, dass die Fifa ihr Versprechen einlöst, die Politik aus dem Sport herauszuhalten, und jegliches Verhalten dieser Art gemäß ihrer eigenen Regeln ahndet.“ Die Regierung der Falkland-Inseln bezieht sich dabei auf den Vorfall nach dem 2:1-Sieg Argentiniens gegen England, bei dem argentinische Spieler ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falklandinseln gehören zu Argentinien“) präsentierten. Das Bettlaken war von Fans aus dem Block auf das Spielfeld geworfen worden.
Politischer Protest auf dem Spielfeld
Die Aktion stellt eine klare politische Botschaft dar und verstößt gegen die Regeln des Weltverbands. Die Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Der Fall wird derzeit von der Fifa geprüft, eine mögliche Strafe wird jedoch erst nach dem Endspiel gegen Spanien erwartet (Sonntag, 21 Uhr, ZDF und Magenta TV live). Bereits 2014 musste der argentinische Verband eine Strafe von 30.000 Schweizer Franken zahlen, weil Spieler bei einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien ein ähnlich lautendes Banner gezeigt hatten.
Hintergrund des Falkland-Konflikts
Der Streit um die Falkland-Inseln hat eine lange Geschichte. Sowohl Großbritannien als auch Argentinien erheben Besitzansprüche auf die Inselgruppe. Nach einer argentinischen Invasion am 2. April 1982 griffen die Briten militärisch ein. Der Falkland-Krieg dauerte zwei Monate, bis Argentinien kapitulierte. Bis heute ist der Konflikt eine offene Wunde im Bewusstsein der argentinischen Nation. Die Bewohner der Inseln entschieden im letzten Referendum 2013 mit großer Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien.
Hype um das Banner in sozialen Medien
Während die Politik zankt, ist unter argentinischen Fans im Internet ein wahrer Hype um das Bettlaken-Banner ausgebrochen. Ein User hatte Fotos von der Entstehung im Hotelzimmer gepostet. Ein Kellner der argentinischen Nationalmannschaft zeigte sich nach dem Spiel mit dem Banner und schrieb dazu: „Wen es betrifft – das Ding ist in guten Händen.“



