Iran-Spiel: Fanproteste überschatten WM-Auftakt in Los Angeles
Fanproteste beim Iran-Spiel: Fifa-Trennung von Sport und Politik scheitert

Fanproteste rund ums Iran-Spiel: „Schämt euch!“

Die Fifa wollte Sport und Politik bei der WM trennen. Das erste Gruppenspiel der Iraner zeigte: Das ist nicht so einfach. Manche zahlen Hunderte Dollar für eine Karte, um die Spieler zu stören. Aus Los Angeles berichten Hauke Goos und Jonas Leppin.

Die iranische Mannschaft verließ unter lautstarken Protesten den Rasen im Los-Angeles-Stadion. „Wir sind sicher das Team, das bei dieser Weltmeisterschaft am stärksten unter Druck steht“, sagte ein Spieler nach dem Spiel. Die Atmosphäre war aufgeheizt, viele Zuschauer skandierten „Schämt euch!“ in Richtung der iranischen Spieler.

Einige Fans gaben an, mehrere hundert Dollar für Eintrittskarten bezahlt zu haben, nur um ihre Ablehnung gegen das Regime zu zeigen. Die Proteste richteten sich nicht gegen die Spieler persönlich, sondern gegen die politische Situation im Iran. Die Fifa hatte zuvor betont, dass Sport und Politik getrennt bleiben sollten, doch die Ereignisse zeigten, dass dies in der Praxis kaum umsetzbar ist.

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Hintergrund der Proteste

Die iranische Nationalmannschaft steht seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit, nachdem es im Land zu Massenprotesten gegen die Regierung gekommen war. Viele Iraner im Exil nutzen die WM, um auf die Menschenrechtslage aufmerksam zu machen. Die Stimmung im Stadion war gespalten: Während einige Fans die Mannschaft anfeuerten, nutzten andere die Gelegenheit für politische Botschaften.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch, es kam jedoch zu keinen größeren Zwischenfällen. Die Polizei von Los Angeles war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Fifa zeigte sich besorgt über die politischen Spannungen, betonte aber, dass die WM ein sportliches Ereignis bleiben solle. Experten bezweifeln jedoch, dass dies auf Dauer gelingen kann.

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