Ukraine-Krieg: Fedorow vs. Syrskyj – ein komplizierter Streit
Fedorow vs. Syrskyj: Ein komplizierter Streit

Der Ukraine-Krieg erreicht Tag 1609, und ein neuer Konflikt zeichnet sich ab: nicht nur an der Front, sondern auch in den Führungsriegen. Der Militärexperte Mykola Bielieskov stellt das gängige Narrativ infrage, wonach der junge Digitalisierer Mychajlo Fedorow gegen den altmodischen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj stehe. „Es ist komplizierter als altmodisch gegen technikaffin“, sagte Bielieskov im Gespräch mit der Autorin.

Der Streit um die Führung

Seit Selenskyjs Regierungsumbau vergangene Woche, der Proteste auslöste, häuft sich die Kritik an Syrskyj. Soldaten, Militärexperten und Teile der Zivilgesellschaft werfen ihm vor, verlustreiche Schlachten zu führen, die nicht nötig seien. Der Spitzname „der Schlächter“ kursiert. Fedorow hingegen setzt auf Drohnen und Korruptionsbekämpfung und ist bei jungen Menschen beliebt. Bielieskov jedoch warnt vor einer zu simplen Gegenüberstellung. Der renommierte Militärexperte Gustav Gressel äußert sich in einer Analyse differenziert zu Syrskyj.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Der Kreml hat „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen Premier Andy Burnham, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Bei russischen Angriffen in der Ukraine starben mindestens drei Menschen, darunter zwei in Saporischschja durch Gleitbomben auf ein Wohnhaus, wie Präsident Selenskyj mitteilte.

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Die UN-Menschenrechtsmission dokumentierte für das erste Halbjahr 1396 zivile Todesopfer und 7978 Verletzte – ein Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein am Montag töteten gegenseitige Angriffe mindestens 14 Menschen. Nordkorea bekräftigte seine Unterstützung für Russland, wie Außenministerin Choe Son Hui in Moskau erklärte. Der IWF gewährte der Ukraine unter seinem Hilfsprogramm Zugang zu weiteren 690 Millionen Dollar (604 Millionen Euro), womit die Auszahlungen seit Jahresbeginn auf 2,2 Milliarden Dollar steigen.

Sorglosigkeit in Odesa

In Odesa boomt die Urlaubssaison trotz Gefahr. Lidia, die am Eingang einer öffentlichen Strandtoilette kassiert, berichtete: „Schlimm ist das. Viele Besucher sind zu sorglos.“ Sie erlebte, wie eine Frau von einem Drohnensplitter am Hals getroffen wurde und starb. Die Reportage von Marco Zschieck zeigt, wie ukrainische Touristen dennoch die Strände genießen.

Die Analyse zu Syrskyj und Fedorow sowie die Reportage aus Odesa bieten tiefere Einblicke in die aktuelle Lage. Die nächste Kolumne erscheint am Donnerstag.

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