Forscher-Flucht vor Trump nach Deutschland? Unis legen Zahlen offen
Forscher-Flucht vor Trump nach Deutschland? Unis legen Zahlen offen

Die Wissenschaftsfreiheit in den USA steht unter Druck: Seit seinem Amtsantritt hat US-Präsident Donald Trump die akademische Freiheit massiv eingeschränkt. Viele deutsche Universitäten hofften daher auf einen Zustrom von Forscherinnen und Forschern aus den Vereinigten Staaten. Doch die aktuellen Zahlen der Funke Mediengruppe zeigen ein differenziertes Bild.

Hoffnung auf Brain Gain

Nach Trumps Wahl im November 2024 war die Erwartung groß, dass Wissenschaftler aus den USA nach Deutschland kommen würden, um der restriktiven Forschungspolitik zu entgehen. „Wir haben mit einem deutlichen Anstieg von Bewerbungen aus den USA gerechnet“, sagte ein Sprecher der Humboldt-Universität zu Berlin. Doch die Realität sieht anders aus: Laut einer Umfrage der Funke Mediengruppe unter 20 deutschen Universitäten ist die Zahl der US-amerikanischen Forscher, die nach Deutschland wechseln, nur leicht gestiegen – um etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zahlen und Fakten

Konkret gaben die befragten Hochschulen an, dass im akademischen Jahr 2025/2026 insgesamt 320 Wissenschaftler aus den USA neu eingestellt wurden. Im Vorjahr waren es 305. „Das ist kein signifikanter Anstieg, der unsere Erwartungen erfüllt“, so der Sprecher weiter. Die meisten Neuzugänge kamen aus den Bereichen Klimaforschung und Medizin, wo Trump besonders starke Kürzungen vorgenommen hat. Allerdings bleiben viele US-Forscher lieber in ihrem Heimatland oder wechseln nach Kanada oder Großbritannien.

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Gründe für die Zurückhaltung

Warum ist die Fluchtbewegung geringer als erhofft? „Viele Wissenschaftler haben familiäre Bindungen oder scheuen den bürokratischen Aufwand in Deutschland“, erklärt Dr. Anna Schmidt, Migrationsforscherin an der Universität Mannheim. Zudem seien die Sprachbarriere und die unsichere Finanzierung von Drittmittelprojekten Hürden. „Die deutschen Universitäten müssen ihre Attraktivität noch stärker kommunizieren“, fordert Schmidt.

Ausblick und Maßnahmen

Die Bundesregierung hat bereits reagiert und ein Sonderprogramm zur Anwerbung von US-Forschern aufgelegt. Mit 50 Millionen Euro sollen Stipendien und Bürokratieabbau finanziert werden. Ob das reicht, bleibt abzuwarten. „Wir brauchen langfristige Perspektiven, nicht nur kurzfristige Anreize“, betont der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der Trend umkehrt.

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