In der Schweizer Grenzstadt Genf hat ein großer Protestmarsch gegen den Kapitalismus, für mehr Unterstützung für die Palästinenser und viele andere Anliegen begonnen. Die Demonstration ist als „No G7“-Aktion angemeldet, die sich gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA richtet. Der Gipfel beginnt ab Montag im französischen Evian, das rund 50 Kilometer von Genf entfernt liegt. Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste in Evian dulden, weshalb die Organisatoren die Kundgebung in Genf anmeldeten.
Genf fürchtet Ausschreitungen
In Erinnerung an verheerende Schäden bei einer Demonstration im Jahr 2003 haben hunderte Genfer Geschäftsleute und Hoteliers ihre Schaufenster mit Sperrholz verriegelt. Damals protestierten Gegner eines G8-Gipfels in Evian, an dem auch Russland teilnahm. Der Protest artete damals in Gewalt und Plünderungen von Geschäften aus. Die Genfer Polizei hat dieses Mal Verstärkung aus der ganzen Schweiz angefordert. Mehrere tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen in der gesamten Stadt Autos und Personalien von Passanten.
Viele Palästinenserflaggen
Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich am Treffpunkt in einem Park direkt am Genfersee nach ersten Schätzungen mehrere tausend Menschen mit Plakaten. Viele Teilnehmer trugen Palästinenserfahnen. Der Marsch wird von einer Koalition aus rund 60 verschiedenen Gruppen organisiert, darunter Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein „revolutionärer Block“, wie eine Sprecherin vorab ankündigte. Die Polizei hatte sich im Vorfeld auf rund 50.000 Teilnehmer eingestellt.



