Indien schränkt Telegram vor Prüfungen ein
Indien schränkt Telegram vor Aufnahmeprüfungen ein

Indien schränkt Telegram vor wichtigen Aufnahmeprüfungen ein

Die indische Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu dem Messaging-Dienst Telegram vorübergehend einzuschränken. Grund sind Betrugsversuche im Zusammenhang mit den nationalen Aufnahmeprüfungen für Medizinstudiengänge (NEET). Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden Apple und Google angewiesen, die Telegram-App bis voraussichtlich zum 22. Juni aus ihren App-Stores zu entfernen.

Hintergrund der Sperrmaßnahmen

Das indische Bildungsministerium erklärte, die Sperre diene dem Schutz der Prüfungsteilnehmer vor betrügerischen Angeboten. Unbekannte hätten Telegram genutzt, um gefälschte Prüfungsunterlagen zu verkaufen oder Zugang zu den Prüfungsfragen zu versprechen. Die Regierung betonte, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Maßnahme handle, die als „letztes Mittel“ ergriffen worden sei, nachdem andere Versuche, betrügerische Inhalte zu entfernen, gescheitert seien. Man „bedauere die Unannehmlichkeiten“ für die Nutzer.

Kritik von Aktivisten

Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Sperrung hingegen als übertrieben und werfen der Regierung vor, eine Bestimmung des IT-Gesetzes zu missbrauchen, um die Meinungsfreiheit einzuschränken. Sie sehen in der Maßnahme einen gefährlichen Präzedenzfall für die digitale Kommunikation in Indien.

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Der NEET-Prüfungsskandal

Im Zentrum der aktuellen Ereignisse steht der National Eligibility cum Entrance Test (NEET), der bereits im Mai mit über zwei Millionen Teilnehmern stattfand. Nachdem bekannt wurde, dass die Prüfungsfragen vorab durchgesickert waren, ordneten die Behörden eine Wiederholung an. Diese soll nun am 21. Juni stattfinden. Die National Testing Agency (NTA) hat ein Onlineportal eingerichtet, um Hinweise auf Betrug zu sammeln, darunter Websites, Social-Media-Accounts oder Messaging-Kanäle, die angeblich Zugang zu Prüfungsbögen oder Lösungen bieten. Auch Betrüger, die sich als NTA-Mitarbeiter oder Regierungsvertreter ausgeben, werden gemeldet.

Rolle der Telegram-Edit-Funktion

Laut einem Bericht von „India Today“ spielt auch die Edit-Funktion von Telegram eine Rolle bei den Betrugsversuchen. Sie ermöglicht es, Nachrichten nach dem Versenden zu verändern. Die indische Regierung habe daher angeordnet, dass Telegram diese Funktion in Indien bis zum 30. Juni deaktivieren müsse. Ob der Messenger-Dienst dieser Aufforderung nachkommt, war zunächst unklar.

Indien ist ein wichtiger Markt für Telegram, der Messaging-Dienst hat dort Millionen von Nutzern. Die temporäre Sperrung könnte auch Auswirkungen auf andere Länder haben, in denen Telegram ähnlich populär ist.

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