Iran-Konflikt: Explosionen in Bahrain, US-Angriffe auf Eisenbahnbrücken
Iran-Konflikt: Explosionen in Bahrain, US-Angriffe

In Bahrains Hauptstadt Manama sind am Donnerstag erneut Explosionen zu hören gewesen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in der Golfregion angekündigt hatten. Zum dritten Mal innerhalb weniger Stunden wurde Luftalarm ausgelöst, wie ein AFP-Journalist berichtete. Das Innenministerium der Golfmonarchie bestätigte die Vorfälle auf der Plattform X und rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen.

Iranische Revolutionsgarden attackieren US-Stützpunkte

Die Revolutionsgarden erklärten, sie hätten nach neuen US-Angriffen auf den Iran „wichtige Infrastruktur und Einrichtungen“ der US-Armee in Bahrain und Kuwait mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen. Die iranische Führung warnte zugleich, sie werde ihre Angriffe bei weiteren US-Attacken auf andere Stützpunkte in der Region ausweiten. Nach Angaben iranischer Staatsmedien bestätigten die iranischen Streitkräfte später Angriffe auf Ziele auch in Katar. Im Zuge von Attacken „gegen amerikanische Stützpunkte in der Region“ seien ein Patriot-Raketenabwehrsystem in Kuwait, ein Frühwarnsystem in Katar und Treibstofftanks in Bahrain mit zahlreichen Kampfdrohnen ins Visier genommen worden, berichteten die Staatsmedien.

USA bombardieren Eisenbahnbrücken im Iran

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge in der Nacht auch zwei Eisenbahnbrücken im Nordosten des Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib auf X. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb unter Berufung auf einen US-Beamten, dass im Zuge der erneuten Angriffswelle des US-Militärs zwei Eisenbahnbrücken im Iran bombardiert worden seien. Der Zugverkehr auf der wichtigen Strecke Teheran–Maschhad wurde daraufhin eingestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete. Die Fahrt von der Hauptstadt in die nordöstliche Millionenmetropole Maschhad dauert normalerweise elf Stunden. Heute soll dort der Ende Februar getötete oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei bestattet werden. Ob Anhänger von der Sperrung betroffen waren, blieb zunächst unklar. Aus Sicherheitsgründen sind am Donnerstag Flüge über der Pilgerstadt untersagt.

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14 Tote bei US-Angriffen im Iran

Bei den erneuten US-Angriffen auf den Iran sind Regierungsangaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet worden. 78 weitere Menschen wurden bei den Luftangriffen der vergangenen zwei Tage verletzt, wie der Pressedienst der Regierung mitteilte. Demnach werden immer noch 47 Verwundete in Krankenhäusern behandelt. Der Iran meldete Angriffe in fünf Provinzen.

Debatte über Rückholung von Bundeswehr-Schiffen

Angesichts der neuen Eskalation im Iran-Konflikt wird über eine Rückholung der beiden in die Region entsandten Bundeswehr-Schiffe diskutiert. Die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Schiffe in dieser Lage länger vor Ort auf ein Wunder warten lässt.“ Sie rechne damit, dass die Besatzungen der beiden Schiffe „den Sommer in Deutschland verbringen dürfen“. Die Besatzungen der Minenjagdboote „Fulda“ und „Mosel“ müssten im September sowieso nach Deutschland zurückkehren, und bis dahin werde es „keine tragfähige Vereinbarung oder ein verantwortliches Mandat des Bundestags“ für einen weiteren Einsatz geben können. Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetović, hält eine Rückverlegung für möglich. „Wie es mit unseren beiden Schiffen weitergeht, muss täglich an die Sicherheitslage vor Ort geknüpft werden“, sagte er. „Alle Optionen – also auch ein Abzug von ‚Mosel‘ und ‚Fulda‘ – müssen auf den Tisch.“

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Iran bestellt britischen Botschafter ein

Der Iran hat den britischen Botschafter in Teheran einbestellt, um gegen Vorwürfe einer iranischen Verwicklung in Sicherheitsvorfälle in Großbritannien zu protestieren. Das Außenministerium wies die britischen Anschuldigungen als haltlos zurück, wie staatliche Medien meldeten. Demnach wirft der Iran der Regierung in London eine Ablenkungstaktik vor und forderte sie auf, keine „Terrornetzwerke“ mehr zu beherbergen, die sich gegen den Iran richteten. Großbritannien hatte am Dienstag den iranischen Geschäftsträger in London einbestellt. Auslöser war die Verurteilung von zwei rumänischen Staatsbürgern wegen eines Messerangriffs auf einen britisch-iranischen Journalisten im Jahr 2024. Die britische Regierung erklärte, die Tat sei im Auftrag des iranischen Staates verübt worden. Die Führung in Teheran weist diese Darstellung zurück.

Trauerfeiern für Chamenei auch im Irak

Auch in der für Schiiten heiligen Stadt Kerbala im Irak haben Anhänger Abschied genommen von Irans getötetem oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei. Zehntausende nahmen dort am Mittwochabend an einem Trauerzug teil, wie auf Fotos zu sehen war. Viele schwenkten iranische und irakische Flaggen. An der Grabmoschee des Imams Hussein wurde schließlich eine Trauerfeier mit Gebet abgehalten. Örtlichen Berichten zufolge nahmen rund eine Million Menschen teil. Mit der Zeremonie in Kerbala endeten die Trauerfeiern im Irak für Chamenei, dessen Bestattung heute in seiner Heimatstadt Maschhad im Iran geplant ist. In mehreren Provinzen im Irak wurde der Donnerstag zum Feiertag erklärt, auch um die Heimreise der vielen Anhänger zu ermöglichen. Örtlichen Berichten zufolge wurde der Leichnam zum Flughafen von Nadschaf gebracht, um diesen zurück in den Iran zu überführen. Zu einem Trauerzug im irakischen Nadschaf waren am Mittwoch laut örtlichen Berichten bereits Hunderttausende erschienen. Nach offiziellen Angaben nahmen schätzungsweise sogar rund drei Millionen Menschen teil.

Frankreich gibt Iran Schuld an US-Angriffen

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat der iranischen Führung die Schuld an den neuen Angriffen der US-Armee auf den Iran gegeben. „Es war der Iran, der durch das Angreifen von Schiffen in omanischen Gewässern seine eigenen Verpflichtungen ebenso wie das Völkerrecht verletzt hat“, sagte Barrot am Donnerstag dem französischen Sender TF1. Der Iran habe „die Vereinbarung verletzt, die im vergangenen Monat mit den USA getroffen wurde“. Barrot rief beide Seiten zur Deeskalation auf. „Diese Art von Vorgehen muss unbedingt aufhören, damit diese wichtigen Verhandlungen unter bestmöglichen Bedingungen fortgesetzt werden können“, sagte der französische Chefdiplomat.

Ölpreise steigen nach Eskalation

Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation am Persischen Golf weiter gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August legte im frühen Handel um 1,06 Prozent auf 78,85 Dollar zu. Die USA haben im Streit mit dem Iran um die Straße von Hormus in der zweiten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik bombardiert. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran noch heftigere Angriffe an. Sollte die Meeresstraße erneut vollständig geschlossen werden, könnte der Ölpreis um weitere zehn US-Dollar steigen, schätzte Analyst Scott Shelton vom Brokerhaus TP ICAP.

Deutsche Außenpolitiker warnen vor langem Konflikt

Nach dem jüngsten Bruch der Waffenruhe zwischen USA und Iran erwarten Außenpolitiker von Regierung und Opposition, dass der Konflikt noch lange mit weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft anhält. Es sei kein Ende der Unsicherheit und Unberechenbarkeit im Nahen Osten zu erwarten, sagte der CDU-Politiker Norbert Röttgen der „Augsburger Allgemeinen“. Dies habe nicht nur erhebliche negative Folgen in der Region, sondern auch „für unsere Wirtschaft und Sicherheit“. Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter sagte der Zeitung: „Wir müssen uns auf einen lang anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohe Ölpreise einstellen.“ Die Auseinandersetzung sei „noch lange nicht beigelegt“.