USA signalisieren Gesprächsbereitschaft trotz anhaltender Angriffe
US-Außenminister Marco Rubio hat trotz der jüngsten Luftangriffe auf den Iran die Bereitschaft zu diplomatischen Gesprächen bekräftigt. „Wir sind weiterhin zu Gesprächen bereit, aber sie müssen ernsthaft sein“, sagte Rubio am Montag vor Journalisten. Er betonte, dass die USA weiter reagieren würden, aber eine positive Entwicklung möglich sei, wenn sich konstruktive Kräfte im Iran durchsetzen. „Wenn sich die Tür zur Diplomatie öffnet – wenn diejenigen, die etwas Konstruktives für den Iran erreichen wollen, die Verhandlungen übernehmen –, wäre das eine sehr positive Entwicklung. Leider sind wir heute Abend noch nicht so weit.“
Iran bestätigt Vermittlungsvorschläge
Der Iran hat bestätigt, dass ihm von Vermittlern Vorschläge für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den USA unterbreitet wurden. Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte in Teheran, die Vorschläge seien eingegangen. Gleichzeitig betonte er die anhaltende Verteidigungsbereitschaft: „Ich betone erneut, dass der diplomatische Apparat seine Aufgaben gemeinsam und im Einklang mit den Verteidigern des Vaterlandes in den Streitkräften weiterverfolgt. Die über Vermittler vorgebrachten Vorschläge wurden uns mitgeteilt und sind bei uns eingegangen.“
Tödlicher US-Angriff im Nordwesten Irans
Bei neuen US-Luftangriffen im Iran ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mindestens ein Mensch in der Gegend der Stadt Täbris ums Leben gekommen. In Täbris im Nordwesten des Landes werden unterirdische Raketenstützpunkte der paramilitärischen Revolutionsgarden vermutet. Die Angriffe sind Teil der neunten nächtlichen Angriffswelle des US-Militärs, die nach eigenen Angaben militärische Kommandozentralen, Flugabwehr- und Küstenüberwachungsanlagen sowie Raketen- und Drohnenabschussvorrichtungen ins Visier nahm.
US-Militär schließt neunte Angriffswelle ab
Das US-Zentralkommando Centcom erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen. Der Iran-Krieg ist seit Anfang des Monats im Streit um die strategisch wichtige Meerenge eskaliert. US-Präsident Donald Trump begründete die jüngsten Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten in der Region. „Diese großartigen Menschen, diese großartigen Patrioten, waren da draußen im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen bekommen kann“, sagte Trump. „Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen.“
Iran meldet gesprengte Öltanker in der Straße von Hormus
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden sind zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt worden und nun manövrierunfähig. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen. Solange die US-Aggression andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Vorfall nicht unabhängig überprüfen.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus geht zurück
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist angesichts des militärischen Schlagabtauschs zurückgegangen. Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag vier Schiffe die Meerenge, am Samstag waren es acht. Seit Donnerstag wurden keine LNG-Tanker mehr bei der Durchfahrt registriert. Analysten von S&P Global zufolge halten sich die LNG-Produktion in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten trotz Behinderungen relativ stabil. Auf wartenden Schiffen im Golf lagern schätzungsweise 570.000 Tonnen LNG auf sieben katarischen Tankern.
Verbündete aktivieren Luftabwehr
Mehrere mit den USA verbündete Staaten haben im Zuge der neuen Angriffswelle ihre Luftabwehr gegen iranische Drohnen und Raketen aktiviert. Bahrain, Jordanien und Kuwait reagierten damit auf mögliche Gegenangriffe. Die US-Botschaft in Bahrain warnte vor möglichen Angriffen auf nicht näher bezeichnete Orte im Zentrum von Manama. Kuwait meldete die Abwehr „feindlicher Drohnen“ aus dem Iran. Auch in Bahrain heulten die Sirenen. Jordanien gab den Abschuss von drei iranischen Raketen bekannt, eine vierte sei in einem abgelegenen Gebiet niedergegangen.
US-Soldat bei Sprengung einer iranischen Drohne getötet
Das US-Militär hat den Tod eines weiteren Soldaten gemeldet. Er wurde im Irak bei der kontrollierten Sprengung einer abgestürzten iranischen Drohne getötet. Damit steigt die Zahl der im Konflikt getöteten US-Soldaten auf 17, mehr als 430 wurden verletzt. Demokratische Kongressmitglieder übten scharfe Kritik an Präsident Trump. Senator Mark Warner sagte: „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte. Das passiert, wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt.“
Kuwait: Iran greift Strom- und Entsalzungsanlage an
Kuwait verurteilte einen iranischen Angriff auf eine Anlage zur Stromerzeugung und Wasserentsalzung als direkten Schlag gegen zivile Infrastruktur. Das Außenministerium bezeichnete wiederholte Angriffe auf zivile Einrichtungen als gefährliche Eskalation und Verstoß gegen das Völkerrecht. Der Iran trage die volle rechtliche und moralische Verantwortung.
Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg gesprochen. Er erklärte, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien gleichzeitig tagten, als die ersten Luftangriffe auf Teheran erfolgten. „Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren“, sagte Araghtschi mit Blick auf Israel und die USA. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht.“ Er fügte hinzu, die Sicherheitslücke betreffe nicht nur Infiltration, sondern manchmal auch die Beeinflussung von Entscheidungsprozessen.



