Vermittler haben einem iranischen Insider zufolge eine zehntägige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vorgeschlagen, um das im Juni erzielte Rahmenabkommen wiederzubeleben. Der Konflikt hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Mitte Juni unterzeichneten die USA und der Iran ein vorläufiges Abkommen, das unter anderem eine 60-tägige Waffenruhe vorsah. Anfang Juli griffen die USA jedoch erneut Ziele im Iran an, mit der Begründung, der Iran habe drei Tanker in der Straße von Hormus beschossen. Seither liefern sich beide Seiten immer wieder gegenseitige Angriffe.
Explosionen in Bahrain und iranische Drohnenangriffe
In Bahrains Hauptstadt Manama waren am Montagmorgen Explosionen zu hören, nachdem Luftalarm ausgelöst worden war, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Das Innenministerium des Golfstaates rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben. Zuvor hatten am Morgen erneut die Sirenen in Bahrain geheult. Die USA attackieren seit Tagen wieder Ziele im Iran, während Teheran Vergeltungsangriffe auf Länder mit US-Militärbasen in der Region durchführt. Bahrain ist ein Verbündeter der USA in der Region. Die US-Botschaft in Manama hatte in der Nacht mitgeteilt, ihr lägen Informationen vor, die darauf hindeuteten, dass der Iran nicht näher bezeichnete Orte im Zentrum von Bahrains Hauptstadt angreifen könnte. Die Botschaft forderte alle US-Bürger nachdrücklich auf, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.
Kuwaits Armee meldete neue iranische Drohnenangriffe. Die Luftabwehrsysteme würden „feindliche Angriffe“ abfangen, erklärte Kuwaits Armee am Montag im Onlinedienst X. Dadurch könnten Explosionen zu hören sein. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, sie hätten US-Militärziele in Kuwait angegriffen.
US-Angriffe auf Iran: Ein Toter und Schäden in Buschehr
Bei nächtlichen US-Angriffen auf den Iran ist nach Angaben von Staatsmedien ein Mensch getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien bei den Attacken im Nordwesten des Landes zudem verletzt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag einen örtlichen Behördenvertreter. Irna meldete zudem, dass die Stadt Buschehr an mehreren Stellen von US-Angriffen getroffen worden sei. Die staatliche Nachrichtenagentur berief sich dabei auf den örtlichen Gouverneur. In Buschehr befindet sich das einzige aktive Atomkraftwerk des Iran.
Das US-Militär erklärte seine erneute nächtliche Angriffswelle auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben für beendet. Man habe militärische Kommandozentralen, Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Vorrichtungen für Raketenabschüsse und Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetzwerke ins Visier genommen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf X mit. Das Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute anzugreifen, die die Straße von Hormus passieren, hieß es weiter. Die US-Angriffe erfolgten demnach in der nunmehr neunten Nacht in Folge.
Iran: Zwei Öltanker in der Straße von Hormus gesprengt
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden sind zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt worden und nun manövrierunfähig. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, teilen die Garden mit. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Vorfall zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machen die Garden keine Angaben.
USA offen für Gespräche – Iran bestätigt Vermittlervorschläge
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA seien trotz neuer Angriffe gegen den Iran weiter zu Gesprächen mit Teheran bereit. „Wir sind stets offen für Diplomatie“, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) vor seinem Abflug zum Außenministertreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Es müsse aber eine Vereinbarung sein, die Teheran auch bereit sei, einzuhalten. „Wir haben es mehrfach mit dem Iran versucht und werden es auch weiterhin versuchen. Sollte sich diese Tür öffnen, würden wir das begrüßen“, ergänzte Rubio. Das US-Militär bombardierte in der neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. Von dort wurden Explosionen in gleich mehreren Gebieten gemeldet. Als Reaktion auf die US-Angriffe führte Teheran erneut Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region aus.
Der Iran hat angesichts der neuen militärischen Eskalation mit den USA eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten. Außenamtssprecher Ismail Baghai bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte der Sprecher. „Ich betone erneut, dass der diplomatische Apparat seine Aufgaben gemeinsam und im Einklang mit den Verteidigern des Vaterlandes in den Streitkräften weiterverfolgt. Die über Vermittler vorgebrachten Vorschläge wurden uns mitgeteilt und sind bei uns eingegangen“, sagte Baghai. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus wieder eskaliert.
Benzinpreise in den USA über vier Dollar – Hamas wählt neuen Anführer
Wegen der wieder aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten steigen die Benzinpreise in den USA erneut über die Marke von vier Dollar je Gallone, die für viele US-Haushalte eine finanzielle Belastung darstellt. Wie aus Daten des Automobilclubs AAA weiter hervorgeht, liegt der landesweite Durchschnittspreis an der Zapfsäule demnach bei 4,0030 Dollar – dies entspricht rund 1,06 Dollar (etwa 0,93 Euro) pro Liter. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran stören den Energiefluss durch die für die weltweite Ölversorgung wichtige Straße von Hormus. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar sind die Preise an den US-Tankstellen um mehr als 30 Prozent gestiegen.
Die Hamas hat Chalil al-Hajja zu ihrem neuen obersten Anführer gewählt, wie die radikalislamische Palästinenserorganisation mitteilte. Al-Hajja folgt Jahja Sinwar nach, der 2024 von israelischen Truppen getötet wurde. Seit dem Tod von Sinwar und Ismail Hanijeh, der bei einem israelischen Angriff im Juli 2024 im Iran ums Leben kam, wurde al-Hajja zu einer immer wichtigeren Figur in der Hamas. Er gehört zu den Führungspersonen, die Israel 2025 bei einem Anschlag in Doha ins Visier genommen hatte.
Zusammenstöße im Westjordanland: Zwei Palästinenser getötet
Bei Zusammenstößen mit israelischen Einsatzkräften im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge in der Nacht zwei Palästinenser getötet worden. Zuvor waren nach Darstellung beider Seiten israelische Siedler in ein palästinensisches Dorf gedrungen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, Siedler hätten den Ort in der Nähe von Ramallah angegriffen und dabei drei Palästinenser schwer verletzt. Palästinensischen Augenzeugen zufolge sollen sich Anwohner Siedlern entgegengestellt haben. Zwei von ihnen seien durch Schüsse von israelischen Einsatzkräften getötet worden. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah handelt es sich bei den Toten um zwei Männer im Alter von 53 und 26 Jahren. Israels Armee teilte mit, Palästinenser hätten Steine und Betonklötze auf Soldaten und Polizisten geworfen. Dabei seien zwei Einsatzkräfte verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten mit Schüssen reagiert. „Es wurden Treffer festgestellt“, hieß es in einer Mitteilung des Militärs am Morgen. Israels Armee sagte weiter, Soldaten und Polizisten seien in die Gegend geschickt worden, weil sie Berichte erhalten hätten, dass Siedler dort hingekommen seien, „um ihnen gehörendes Vieh zurückzuholen“. In palästinensischen Berichten hieß es wiederum, die Siedler hätten Schafe stehlen wollen und seien von israelischen Soldaten und Polizisten begleitet worden. Das israelische Militär teilte dagegen mit, die Einsatzkräfte hätten Auseinandersetzungen verhindern und die Siedler aus dem Ort holen wollen. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
US-Soldat im Irak getötet – Demokraten kritisieren Trump
Das US-Militär hat den Tod eines weiteren seiner Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Am Samstag sei ein US-Soldat im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat wurde demnach verletzt und wird weiterhin wegen einer leichten Verletzung medizinisch behandelt. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 17.
Demokratische Mitglieder des US-Kongresses haben nach dem Tod zweier weiterer Soldaten ihres Landes scharfe Kritik an der Kriegsführung von Präsident Donald Trump im Iran geübt. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte dem Sender CBS News, es sei in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, dass die USA nicht mehr Todesopfer zu beklagen hätten. „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte“, betonte er und verwies dann auf die 16 bislang im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten. Das passiere, „wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt“. Als stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses gehört er dem kleinen Kreis hochrangiger Kongressmitglieder an, der sogenannten „Gang of Eight“, auf die die US-Regierung Briefings zu Geheimdienstangelegenheiten in bestimmten Situationen beschränken kann. Er könne eindeutig sagen, dass „keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran bestand“, betonte Warner und warf Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben. Bereits am Samstag, als das US-Militär erstmals seit März wieder den Tod von zwei seiner Soldaten infolge von iranischem Beschuss meldete, hatten mehrere Demokraten mit Kritik an Trump reagiert. „Das ist der Preis für Präsident Trumps unnötigen Krieg“, schrieb Nikki Budzinski, Abgeordnete im Repräsentantenhaus, auf der Plattform X. Ihr Parteikollege Herbert Conaway forderte Trump auf, den Krieg zu beenden. „Genug ist genug“, schrieb er auf X.



