Hegseth beziffert Iran-Kriegskosten auf 37,5 Mrd. Dollar und beantragt 67 Mrd. Dollar zusätzlich
Iran-Kriegskosten: Hegseth nennt 37,5 Mrd. Dollar

Hegseth: Bisherige Iran-Kriegskosten bei 37,5 Milliarden Dollar

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die bisherigen Kosten des Iran-Krieges auf 37,5 Milliarden Dollar (knapp 33 Milliarden Euro) beziffert. Diese Zahl nannte er am Dienstag in einer Anhörung in einem Senatsausschuss, in der er einen Antrag auf zusätzliche Mittel für das Pentagon in Höhe von rund 67 Milliarden Dollar verteidigte. Das neue Geld sei „dringend“ notwendig, um die Kosten für den Iran-Krieg bis Ende September zu decken, argumentierte er.

Die US-Armee führte wenig später nach eigenen Angaben „die elfte Nacht in Folge“ Angriffe auf den Iran aus. „Die Angriffe zielen darauf ab, die Fähigkeit des Iran, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X. Die neue Angriffswelle habe am Mittwochmorgen um 01.00 Uhr (MESZ) begonnen.

Trump droht mit Angriff auf Atomanlage Pickaxe Mountain

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor weitere Angriffe angedroht. Die USA seien mit dem Iran „noch lange nicht fertig“, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus in Washington. Unter anderem drohte er mit Angriffen auf die in der Nähe von Natans gelegene Atomanlage Pickaxe Mountain: „Wir werden dieses Gebiet ziemlich bald und sehr hart angreifen.“ Trump fügte hinzu, normalerweise würde er keine Ziele für Angriffe bekanntgeben, doch der Iran könne „nichts dagegen tun“. Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran in der tief unter der Erde gelegenen Nuklearanlage Pickaxe Mountain eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet.

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Explosionen in Teheran – Flugabwehr im Einsatz

Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist wieder die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Trump will Flugverbot für Libanon nach fast 40 Jahren aufheben

US-Präsident Donald Trump will nach fast 40 Jahren wieder Direktflüge von den USA in den Libanon erlauben. Er habe die US-Regierung angewiesen, den heimischen Fluggesellschaften dies zu gestatten, sagte Trump am Dienstag nach einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Flüge ist jedoch eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des Flughafens in Beirut durch US-Behörden. Es war zudem unklar, ob die US-Fluggesellschaften bereit wären, die Flüge wieder aufzunehmen. Die USA hatten 1985 alle Flüge in das Land ausgesetzt. Anlass war die Entführung einer Maschine der Fluggesellschaft TWA, die auf dem Weg von Athen nach Rom zur Landung in Beirut gezwungen wurde. Während der 17-tägigen Geiselnahme wurde ein Taucher der US-Marine getötet. Die großen US-Fluggesellschaften American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines haben unter Verweis auf Sicherheitsbedenken ihre Flüge in das nahe gelegene Tel Aviv eingestellt. Das US-Außenministerium rät US-Bürgern wegen der hohen Spannungen im Nahen Osten derzeit von Reisen in den Libanon ab.

Huthi-Miliz: Sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat eigenen Angaben zufolge sechs Schiffe in der Region im Rahmen ihrer verkündeten „Blockade“ zur Umkehr gezwungen. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise. Innerhalb von 24 Stunden seien sechs Schiffe nach Warnungen der Huthi umgekehrt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Saba berichtete auch nicht, wo genau die Schiffe mutmaßlich umkehrten. Jemen-Experten zufolge verbreitete die Miliz über Funk zuletzt aber eine entsprechende Warnung an Schiffe. Auch das von den Huthi kontrollierte Zentrum für humanitäre Einsätze in Sanaa teilte mit, Schiffsbesitzer und -betreiber seien aufgefordert worden, ihre Bewegungen vorab zu koordinieren, um die „Sicherheit der Fahrten“ zu gewährleisten.

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Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen

Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait sind nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien am Mittag. Der entstandene Schaden werde derzeit erfasst, während Arbeiten zur Reparatur und Wiederherstellung der betroffenen Anlagen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden, um die Anlagen zu schützen und die Stabilität der Strom- und Wasserversorgung zu sichern.

Iranischer Minister trifft Vermittler in Pakistan

Inmitten gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran trifft sich der iranische Innenminister Eskandar Momeni laut pakistanischen Sicherheitskreisen mit führenden Vermittlern in Islamabad. Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir sei Momeni derzeit im Gespräch mit Premierminister Shehbaz Sharif, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen in der pakistanischen Hauptstadt. Über Gesprächsinhalte wurde zunächst nichts bekannt. Bereits zuvor hatten die Kreise jedoch davon gesprochen, Pakistan werde darauf hinwirken, dass für eine neuerliche Verhandlungslösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran diesmal eine Öffnung der für den internationalen Handel wichtigen Straße von Hormus von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden verkündet werden müsse.

Huthis warnen Reedereien vor Nutzung saudiarabischer Häfen

Die Huthi-Rebellen im Jemen warnen Reedereien davor, saudiarabische Häfen zu nutzen. Schiffen sei es untersagt, dort Fracht zu laden oder zu löschen, heißt es in einer E-Mail der mit dem Iran verbündeten Miliz vom 20. Juli, die bei mehreren Reedereien eingegangen ist und von Reuters eingesehen wurde. Solche Aktivitäten könnten dazu führen, dass die Schiffe „an jedem Ort“ von den Huthis angegriffen würden. „Wir empfehlen Ihrem Unternehmen dringend, bei all seinen Geschäftsbeziehungen die gebotene Sorgfalt und äußerste Vorsicht walten zu lassen“, heißt es in der Mail weiter. Die Huthis haben eine Seeblockade gegen das Nachbarland Saudi-Arabien verhängt. Sie können von dem unter ihrer Kontrolle stehenden Gebiet im Jemen aus die Meerenge Bab al-Mandab zum Roten Meer kontrollieren.

Weitere Entwicklung: Tote bei Luftangriff auf Gaza, Israels Rückzug im Südlibanon, Ölpreise sinken

Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt sind nach Angaben von Sanitätern ein Ehepaar und seine vier Kinder getötet worden. Das israelische Militär erklärte, Ziel des Angriffs sei ein Kämpfer der radikal-islamischen Hamas gewesen. Mit den jüngsten Opfern steigt die Zahl der durch israelische Angriffe getöteten Palästinenser seit Beginn der Waffenruhe auf mehr als 1150.

Israel hat im Rahmen eines Pilotprojekts für eine Sicherheitsvereinbarung eine besetzte Stadt im Südlibanon an die libanesische Armee übergeben. Einheiten der libanesischen Armee rückten einem hochrangigen libanesischen Sicherheitsvertreter zufolge nach dem Abzug israelischer Truppen am Dienstag in Sawtar al-Gharbija ein. Die libanesische Armee rief die Bevölkerung auf, zu ihrer eigenen Sicherheit die Stadt noch nicht zu betreten.

Die Ölpreise sind am Dienstag gefallen und haben damit den Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September sank um mehr als ein Prozent auf 88,19 US-Dollar.