Satellitenbilder belegen, dass das israelische Militär im Gazastreifen eine kilometerlange Erdbarriere errichtet hat. Die Anlage erstreckt sich über mehr als 23 Kilometer und verläuft durch vom Militär zerstörte palästinensische Ortschaften. Das entspricht mehr als der Hälfte der Länge des Küstenstreifens, der etwa 40 Kilometer lang ist und in dem mehr als zwei Millionen Palästinenser leben. Die Höhe der Schutzwälle an den einzelnen Abschnitten ist weiterhin unklar. An einigen Stellen scheinen die Barrieren außerhalb der sogenannten gelben Linie zu verlaufen.
Israelische Armee bestätigt Bau der Sperranlage
Das israelische Militär bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), dass es eine physische Barriere im Bereich der gelben Linie errichtet hat. Diese Linie markiert die Grenze, bis zu der sich die israelischen Truppen im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens mit der Hamas von Oktober 2025 zurückgezogen hatten. Die Sperranlage diene dazu, das Eindringen von Personen zu verhindern und israelische Truppen sowie israelische Gemeinden in der Nähe des Gazastreifens zu schützen. Ziel sei auch, den Verlauf der gelben Linie deutlich zu kennzeichnen, um „Reibereien zu verringern und Schaden für unbeteiligte Personen zu verhindern“, so die Armee.
Befürchtungen einer dauerhaften Teilung
Die gelbe Linie war in dem von den USA unterstützten Abkommen als vorübergehende Teilung des Gebiets bis zu einem umfassenderen Rückzug Israels vorgesehen. Doch während des brüchigen Waffenstillstands scheint sich Israel dort festzusetzen, was die Befürchtungen der Palästinenser schürt, dass sich die Linie zu einer Grenze wandelt. Weder das US-Zentralkommando, das mit der Überwachung des Waffenstillstands beauftragt ist, noch der sogenannte „Friedensrat“ – das von US-Präsident Donald Trump geleitete Gremium, das letztlich die Aufsicht über den Gazastreifen übernehmen soll – wollten sich gegenüber AP zu der Barriere äußern.



