Washington. US-Präsident Donald Trump wird heute 80 Jahre alt und feiert diesen Meilenstein mit einem umstrittenen Kampfsportspektakel direkt vor dem Weißen Haus. Auf dem Südrasen des Amtssitzes wurde eine Arena errichtet, in der ab 20:00 Uhr Ortszeit (2:00 Uhr MESZ am Montag) Kämpfe der Ultimate Fighting Championship (UFC) ausgetragen werden. Kritiker versuchten vergeblich, das Event mit einer Klage zu verhindern.
Ein Spektakel wie im Vorjahr
Bereits zu Trumps 79. Geburtstag hatte in Washington eine Militärparade mit Panzern, Fallschirmspringern und Hubschraubern stattgefunden, die offiziell dem 250. Gründungsjubiläum der US-Armee galt. Viele sahen darin jedoch ein persönliches Geschenk für den Präsidenten – ein Eindruck, der sich nun wiederholt. Auch das diesjährige Kampfspektakel ist offiziell nicht Trumps Geburtstag gewidmet, sondern den Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der USA, der jedoch erst am 4. Juli stattfindet.
Was es mit den Käfigkämpfen auf sich hat
Die UFC veranstaltet Mixed Martial Arts (MMA), eine Kampfsportart, die Techniken aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu kombiniert. Anders als beim Wrestling sind die Kämpfe echt und oft blutig: Knochenbrüche und K.o.-Schläge sind keine Seltenheit. In Deutschland galt MMA lange als Schmuddelsport mit TV-Verbot, inzwischen ist es jedoch massentauglich geworden, besonders in den USA unter Männern. Trump selbst ist bekennender Fan und Freund von UFC-Boss Dana White, der ihn im Wahlkampf unterstützte.
Wie das Event Washington verändert
Die Vorbereitungen für das Großevent sind in Washington unübersehbar. Wochen vor den Kämpfen begann der Bau einer achteckigen, käfigartigen Arena mit Tribünen für über 4.000 Zuschauer. Eine riesige Kuppelkonstruktion namens „The Claw“ überspannt das Gelände und lässt selbst das Weiße Haus klein wirken. Im nahegelegenen Ellipse-Park findet ein Fan-Fest statt, zu dem am Sonntag über 120.000 Besucher erwartet werden. Straßen rund um das Weiße Haus sind großflächig abgesperrt. Der 18-jährige Jordan aus Virginia, ein UFC-Fan, findet die Location „etwas seltsam“, freut sich aber auf die Kämpfe.
Kritik und Proteste
Gegner des Events reichten Klage ein, da sie Trump vorwerfen, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent mit Werbemöglichkeiten zu veranstalten. Das Gericht wies die Klage ab, unter anderem wegen verspäteter Einreichung. Kritisiert wird auch, dass Trump Ende März Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar erwarb. Zudem wird die Übertragung auf Paramount+ als Werbung für den Streamingdienst gesehen, hinter dem der Trump-Unterstützer Larry Ellison steht.
Die Bewegung „No Kings“ ruft zu Protesten auf. Statt Straßendemonstrationen sind Watch-Partys geplant, bei denen ein Konzert mit Stars wie Jane Fonda, Bette Midler, Julia Roberts, Rufus Wainwright und Patti Smith gezeigt wird. Die Aktion würdigt den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit garantiert – Grundrechte, die Kritiker durch Trumps autokratische Tendenzen gefährdet sehen.



