KI statt Mensch: Die Maschine frisst die Demokratie
KI-Modelle sind in der Lage, vollständige Texte zu schreiben. Der thüringische Ministerpräsident findet das richtig. Und öffnet damit die Tür in ein Zeitalter, in dem wir nicht leben wollen. Ein Kommentar von Peter Schink, Chefredakteur.
Es war auf der re:publica im Mai, als das Thema KI im Journalismus erneut heiß diskutiert wurde. Während viele die Chancen sehen, warnt dieser Kommentar vor den Risiken. Denn wenn Maschinen schreiben, was bleibt dann noch vom Menschen? Die Demokratie lebt von der Meinungsvielfalt, vom Diskurs, von der Möglichkeit, eigene Gedanken zu formulieren und zu teilen. Wenn aber Algorithmen diese Gedanken ersetzen, droht eine Verarmung des öffentlichen Raums.
Der thüringische Ministerpräsident sieht das anders. Er begrüßt den Einsatz von KI im Journalismus. Aber ist das wirklich ein Fortschritt? Oder öffnet er damit die Büchse der Pandora? Die Gefahr ist groß, dass KI-generierte Inhalte nicht nur informieren, sondern auch manipulieren. Schon heute sind Bots in der Lage, Desinformation zu verbreiten. Wenn nun auch noch seriöse Nachrichten von Maschinen geschrieben werden, wird es immer schwieriger, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.
Wir müssen uns fragen, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Eine, in der Menschen ihre Gedanken teilen, oder eine, in der Maschinen für uns denken? Die Antwort sollte klar sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Einsatz von KI im Journalismus kritisch begleiten und Grenzen setzen. Denn die Demokratie ist zu wertvoll, um sie der Maschine zu überlassen.



