Der nordkoreanische Zerstörer „Kang Kon“, der im Mai 2025 beim Stapellauf umkippte und leckschlug, hat nach offiziellen Angaben nun erfolgreich einen atomwaffenfähigen Marschflugkörper getestet. Diktator Kim Jong-un (42) verfolgte die Übungen am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA von einem Küstenbeobachtungspunkt aus und ließ das Kriegsschiff aus allen Rohren feuern. Die Propaganda meldet, dass die „Kang Kon“ in zwei Monaten ihren aktiven Dienst aufnehmen soll, ohne jedoch Details zu nennen.
Test von Marschflugkörpern und elektronischer Kriegsführung
Der Zerstörer der 5000-Tonnen-Klasse erprobte nach KCNA-Angaben neben dem Abschuss eines Marschflugkörpers auch seine Hauptkanone, automatische Geschütze und elektronische Kampfsysteme. Auf veröffentlichten Bildern ist zu sehen, wie das Schiff auf das offene Meer schießt, vermutlich an der Ostküste Nordkoreas im Japanischen Meer. Kim versprach laut KCNA, Nordkoreas Entschlossenheit zum Erwerb „absoluter Macht“ unter Beweis zu stellen. Das Land steht wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms unter massiven internationalen Sanktionen, die den Ausbau der Seestreitkräfte jedoch nicht zu behindern scheinen.
Blamage vor den Augen des Machthabers
Der Stapellauf der „Kang Kon“ im Mai 2025 im Hafen von Chongjin war zu einer Blamage für Nordkorea geworden. Ein Transportgestell am Heck rutschte ab, der Zerstörer kippte vor den Augen Kims um und schlug leck. Der wutentbrannte Machthaber sprach damals von Kriminalität, Verantwortungslosigkeit und „unwissenschaftlichen Methoden“. Mindestens vier Personen wurden festgenommen. Das wahre Ausmaß der Schäden ließ sich aufgrund der extremen Geheimhaltung und Isolation Nordkoreas nicht unabhängig feststellen.
Schwesterschiff bereits in Dienst gestellt
Das Schwesterschiff der „Kang Kon“, die „Choe Hyon“, ist vergangene Woche mit einer pompösen Zeremonie in Dienst gestellt worden. Südkoreanische Regierungsvertreter und Experten gehen davon aus, dass beide Schiffe mit russischer Unterstützung gebaut wurden, bezweifeln jedoch, dass sie tatsächlich einsatzbereit sind. Kim treibt die Aufrüstung im Rekordtempo voran: Nach der Entwicklung ballistischer Raketen richtet der Despot sein Augenmerk zunehmend auf die Seestreitkräfte. Er hat gefordert, in den nächsten fünf Jahren jährlich zwei neue 5000-Tonnen-Kriegsschiffe zu bauen und einen noch größeren 10.000-Tonnen-Zerstörer zu entwickeln. Zudem forderte er den Bau von Interkontinentalraketen, die von unter Wasser gestartet werden können.



