Jürgen Klopp hat mit deutlichen Worten die Aufhebung der Roten Karte gegen US-Torjäger Folarin Balogun kritisiert und dabei eine Brandrede gegen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino gehalten. Der MagentaTV-Experte sagte nach dem Achtelfinale zwischen Norwegen und Brasilien (2:1): „Wenn es tatsächlich so war, dass Trump und Infantino das miteinander ausgemacht haben, dann ist das verrückt. Man muss einmal ganz kurz sagen: Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel!“
Hintergrund des Skandals
Balogun war im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) nach einem Luftduell unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet. Der Schiedsrichter ließ zunächst weiterspielen, entschied erst nach VAR-Check auf Rot. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Trump persönlich bei Infantino angerufen haben, um die Überprüfung der Roten Karte zu erwirken. Die FIFA hob die Sperre daraufhin auf.
Klopps klare Haltung zur Roten Karte
Klopp betonte: „Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine Rote Karte. So leid uns das tut, weil Balogun will das nicht. Aber das sagen die Regeln.“ Der ehemalige Liverpool-Trainer fügte hinzu: „Wir alle leiden unter Fehlentscheidungen. Trotzdem lernen wir alle im Laufe des Lebens, damit zu leben. Und das hier ist ganz einfach eine Tatsachenentscheidung. In der Vergangenheit sind so lächerliche Rote Karten gegeben worden, wo alle nachher sagen, das war keine Rote Karte. Und trotzdem bleiben sie bestehen, weil es Tatsachenentscheidungen sind.“
Kritik von Experten und Kollegen
Moderator Johannes B. Kerner kritisierte die FIFA-Entscheidung ebenfalls: „Das beschädigt das ganze Spiel, das ganze Turnier. Stell dir vor, der schießt ein Tor.“ Expertin Tabea Kemme merkte an: „Das hat auf jeden Fall Geschmäckle. Da muss auch die FIFA-Ethikkommission eingreifen, die genau solche Fälle ahnden und die Beweislage checken muss.“ Klopp reagierte süffisant: „Steht der nicht auch Infantino vor?“
Mögliche Konsequenzen
Klopp stellte eine interessante Theorie auf: „Es gibt immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn theoretisch nicht aufstellen. Weil sie sagen, so wollen wir das nicht haben.“ Damit deutete er an, dass das US-Team aus eigenem Antrieb auf Balogun verzichten könnte, um ein Zeichen zu setzen. Der Skandal um die aufgehobene Sperre überschattet das WM-Turnier und wirft Fragen nach der Unabhängigkeit der FIFA auf.



