Angesichts der angespannten Beziehungen zu den USA hat der kubanische Zivilschutz ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen Aggression veröffentlicht. Der „Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff“ empfiehlt unter anderem, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten sowie sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben.
In der Einleitung heißt es: „Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift.“ Kuba werde sich entschlossen verteidigen, doch ein Großteil der Bevölkerung, darunter Kinder und ältere Menschen, würde nicht an Kämpfen teilnehmen und müsse geschützt werden.
Das neunseitige Dokument ist auf offiziellen Seiten wie dem Bürgerportal der Stadt Havanna verfügbar. Andere Regierungsstellen sollen den Text nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen haben, wie das Nachrichtenportal „14yMedio“ berichtete.
In Kommentaren unter Facebook-Posts kubanischer Nachrichtenseiten wie „Venceremos“ äußerten viele Kritik. „Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?“, schrieb eine Frau. „Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?“, hieß es in einem weiteren Kommentar.
Die Kubaner leiden unter Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen. In Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom. Die wenigen verfügbaren Lebensmittel verderben im Kühlschrank. Kuba steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich durch US-Sanktionen weiter verschärft hat.
Kürzlich fand in Havanna ein Treffen zwischen einer US-Delegation unter Leitung von CIA-Direktor John Ratcliffe und kubanischen Vertretern statt. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit der Geheimdienste, wirtschaftliche Stabilität und Sicherheitsfragen.



