KZ-Gedenkstätten warnen vor politischer Instrumentalisierung
KZ-Gedenkstätten warnen vor politischem Druck

32 europäische Gedenkstätten der nationalsozialistischen Konzentrationslager haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre Sorge vor zunehmenden politischen Eingriffen in ihre Arbeit geäußert. Angesichts des Rechtsrucks in Europa fordern sie, dass ihre Autonomie gewahrt bleibt und sie keiner politischen oder budgetären Abhängigkeit unterliegen. Die Erklärung wurde unter anderem von den Gedenkstätten Auschwitz und Stutthof in Polen sowie Dachau, Sachsenhausen und Bergen-Belsen in Deutschland unterzeichnet. Auch Gedenkorte aus der Ukraine, Tschechien, Österreich, Italien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden schlossen sich an.

Weniger Zeitzeugen, mehr Verantwortung

Die Zahl der überlebenden Opfer und Zeitzeugen schwinde stetig, betonten die Unterzeichner. Daher falle es den Gedenkstätten zu, die Erinnerung wachzuhalten und „Entmenschlichung, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu benennen und entgegenzuwirken“. Ein Sprecher der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar erklärte: „Je weniger Zeitzeugen bleiben, desto mehr beobachten wir Versuche autoritärer Bewegungen und Regierungen, die Stätten der nationalsozialistischen Verfolgung für ihre Interessen zu instrumentalisieren.“

Autonomie als Grundpfeiler der Erinnerungsarbeit

Die Gedenkstätten fordern, dass ihre akademische und praktische Autonomie keinem politischen oder budgetären Druck unterliegen dürfe. Nur so könnten sie unabhängig forschen und aufklären. „Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit der Gedenkstätten müssen erhalten bleiben“, so der Sprecher weiter. Die Erklärung ist ein klares Signal gegen Versuche, die historische Aufklärung für politische Zwecke zu missbrauchen.

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