Lindsey Graham: Der Trump-Berater und Falke ist tot
Lindsey Graham: Der Falke, der Trump lenkte, ist tot

Lindsey Graham: Ein Leben für die US-Außenpolitik

Vor einer Woche starb South Carolinas Senator Lindsey Graham an einem Riss der Hauptschlagader. Nur wenige Stunden zuvor war er noch in Kyjiw gewesen, zum zehnten Mal seit Kriegsbeginn. Es schien, als habe er kurz vor seinem Tod etwas Sensationelles erreicht: US-Präsident Donald Trump dazu zu bringen, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.

Lindsey Graham war der wohl letzte große Vertreter einer amerikanischen Denkschule, wonach die USA die Welt ordnen müssen, da es andernfalls andere tun. Der Politiker war ein Falke, ein Interventionist – ein Stratege, der zusammen mit Verbündeten und oft mit langem Atem die Macht der USA in der Welt ausweiten wollte.

Die Rolle Grahams als Trumps außenpolitischer Lenker

In dieser Folge von „Acht Milliarden“ spricht Host Juan Moreno mit Mathieu von Rohr, dem Leiter des SPIEGEL-Auslandsressorts, über Lindsey Graham und das Ende einer amerikanischen Außenpolitik, die über Jahrzehnte die Welt beherrscht hat. Von Rohr erklärt, dass Graham eine einzigartige Position im Trump-Kabinett einnahm: Er war der Mann, den Trump in der Außenpolitik brauchte – und nie mochte. Dennoch gelang es Graham immer wieder, den Präsidenten zu beeinflussen.

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Grahams Tod markiert das Ende einer Ära. Er war einer der letzten großen Vertreter des amerikanischen Interventionismus, der nach dem Zweiten Weltkrieg die globale Ordnung prägte. Ohne seine Stimme, so von Rohr, könnte die US-Außenpolitik noch unberechenbarer werden.

Die Bedeutung von Grahams Wirken

Graham reiste unermüdlich in Konfliktregionen, traf sich mit Staatschefs und baute Allianzen. Sein zehnter Besuch in Kyjiw seit Kriegsbeginn unterstreicht sein Engagement für die Ukraine. Er war überzeugt, dass die USA eine Führungsrolle in der Welt einnehmen müssten, um Demokratie und Stabilität zu sichern.

Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Experten befürchten, dass ohne Grahams moderierenden Einfluss die US-Außenpolitik noch stärker von Trumps Impulsivität geprägt sein könnte. Die internationale Gemeinschaft verliert einen wichtigen Dialogpartner.

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