Iran-Krieg: Öltanker mit saudiarabischem Rohöl drehen im Roten Meer ab
Öltanker mit saudiarabischem Rohöl drehen im Roten Meer ab

Zwei mit saudiarabischem Rohöl für China und Indien beladene Tanker haben am Dienstag im Roten Meer umgedreht und Kurs auf den Suezkanal genommen. Dies ging aus Schifffahrtsdaten des Anbieters LSEG hervor. Vorausgegangen war eine Warnung der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen. Die Huthis hatten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verkündet. Dies könnte eine neue Front im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eröffnen und die Gefahr für die weltweite Energieversorgung sowie für den Seehandel über die Golf-Region hinaus erhöhen.

Huthis warnen Reedereien vor saudiarabischen Häfen

Die Huthi-Rebellen im Jemen warnen Reedereien davor, saudiarabische Häfen zu nutzen. Schiffen sei es untersagt, dort Fracht zu laden oder zu löschen, heißt es in einer E-Mail der mit dem Iran verbündeten Miliz vom 20. Juli, die bei mehreren Reedereien eingegangen ist und von Reuters eingesehen wurde. Solche Aktivitäten könnten dazu führen, dass die Schiffe „an jedem Ort“ von den Huthis angegriffen würden. „Wir empfehlen Ihrem Unternehmen dringend, bei all seinen Geschäftsbeziehungen die gebotene Sorgfalt und äußerste Vorsicht walten zu lassen. Jegliche derartige Aktivität würde die betroffenen Schiffe Sanktionen aussetzen. Darüber hinaus könnten sie an jedem Ort innerhalb der Einsatzreichweite der jemenitischen Streitkräfte ins Visier genommen werden“, so ein Huthi-Sprecher.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition kündigte eine entschlossene Reaktion auf die Drohungen an. Dies sei eine eklatante Verletzung des Völkerrechts und stelle einen Akt der Piraterie dar, teilt das Bündnis mit. Es seien bereits Schutzmaßnahmen für Schiffe eingeleitet worden, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren.

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Syrien stoppt Waffenlieferung in den Libanon

Syrische Behörden haben nach eigenen Angaben einen mutmaßlich für die libanesische Hisbollah bestimmten Waffenschmuggel in den Libanon vereitelt. Dabei seien 226 Handgranaten entdeckt worden, die in einem Fahrzeug mit Ziel Libanon versteckt gewesen seien, teilte die Behörde für Grenzübergänge und Zoll mit. Bereits vergangenen Donnerstag hatten syrische Behörden nach eigenen Angaben einen größeren Waffenschmuggel aufgedeckt. Dabei seien Waffen, Raketen und Drohnen sichergestellt worden, die in einem Öltankwagen versteckt gewesen seien. Nach ersten Erkenntnissen sei die Lieferung für die libanesische Hisbollah bestimmt gewesen.

Vor dem Umsturz in Syrien war die Regierung unter Baschar al-Assad ein wichtiger Verbündeter sowohl für den Iran als auch für die Hisbollah. Über Syrien wurden Waffen an die Miliz im Libanon geliefert. Die neue Führung in Damaskus will den iranischen Einfluss zurückdrängen und hat Lieferwege gekappt. Seit dem Sturz der Assad-Regierung haben die Behörden nach eigenen Angaben Dutzende Versuche vereitelt, Waffen aus Syrien in den Libanon zu schmuggeln.

Iranischer Minister trifft Vermittler in Pakistan

Inmitten gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran trifft sich der iranische Innenminister Eskandar Momeni laut pakistanischen Sicherheitskreisen mit führenden Vermittlern in Islamabad. Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir sei Momeni derzeit im Gespräch mit Premierminister Shehbaz Sharif, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen in der pakistanischen Hauptstadt. Das Büro des pakistanischen Premiers veröffentlichte ebenfalls ein Foto, das die beiden Minister im Gespräch zeigt.

Über Gesprächsinhalte wurde zunächst nichts bekannt. Bereits zuvor hatten die Kreise jedoch davon gesprochen, Pakistan werde darauf hinwirken, dass für eine neuerliche Verhandlungslösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran diesmal eine Öffnung der für den internationalen Handel wichtigen Straße von Hormus von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden verkündet werden müsse.

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Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen

Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait sind nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien am Mittag. Der entstandene Schaden werde derzeit erfasst, während Arbeiten zur Reparatur und Wiederherstellung der betroffenen Anlagen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden, um die Anlagen zu schützen und die Stabilität der Strom- und Wasserversorgung zu sichern.

Der Wüstenstaat Kuwait ist wie die weiteren Golfländer auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen, um die heimische Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Aus solchen Anlagen stammen rund 90 Prozent des Trinkwassers in Kuwait. Die Anlagen wurden kuwaitischen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen bereits mehrmals getroffen.

Gaza-Zivilschutz: Sechs Menschen bei israelischem Luftangriff getötet

Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes am frühen Dienstagmorgen sechs Menschen getötet worden. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, unter ihnen vier Kinder, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Ob es verletzte Überlebende gab, war zunächst nicht bekannt. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Ein Militärsprecher hatte über die Tötung eines Terroristen berichtet, der an dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 teilgenommen und mehrere israelische Geiseln in seiner Gewalt gehabt haben soll. Der Name des Mannes war aber nicht identisch mit dem des vom palästinensischen Zivilschutz genannten Getöteten.

Weitere Entwicklungen im Überblick

Israels Finanzminister Bezalel Smotrich sagte, Israel habe kein Interesse daran, sich in den gegenwärtigen Konflikt zwischen den USA und Iran hineinziehen zu lassen. „Die aktuelle Situation, in der es einen begrenzten Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gibt, ist die richtige und beste für uns“, so Smotrich. Das jordanische Militär fing fünf iranische Drohnen ab, wie die staatliche Nachrichtenagentur Petra berichtete. Die libanesische Armee begann mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sautar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel. Die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean forderten ein sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten. Satellitenbildern zufolge errichtet das israelische Militär im Gazastreifen einen mehr als 23 Kilometer langen Erdwall. In der Straße von Hormus wurde erneut ein Tanker von einem Geschoss getroffen; die Besatzung verließ das Schiff. Das US-Verteidigungsministerium soll Informationen über drei iranische Angriffe vorenthalten haben, bei denen dutzende US-Soldaten verletzt worden sein sollen, wie die „New York Times“ berichtete. Vermittler bemühen sich um eine neue zehntägige Waffenruhe im Iran-Krieg. Das US-Militär beendete nach fünf Stunden seine neuesten Angriffe gegen den Iran, während erneut nächtliche Explosionen im Iran gemeldet wurden. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran nach dem Tod weiterer US-Soldaten mit Vergeltung und schloss eine Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA aus.