Müder Putin in Uniform: Kreml-Video sorgt für Spott und Zweifel
Müder Putin in Uniform: Kreml-Video sorgt für Spott

Ein vom Kreml veröffentlichtes Video, das Wladimir Putin (73) in Militäruniform in einer Kommandozentrale an der Front zeigen soll, sorgt für Spott und Zweifel. Der russische Präsident wirkt darin müde, fahl und alt – kaum wie ein vom Sieg überzeugter Anführer. In der Ukraine werden die Propagandabilder verspottet, und Experten bezweifeln, dass die Aufnahmen tatsächlich an der Front entstanden sind.

Inszenierter Auftritt im Bunker?

Das Video zeigt Generalstabschef Waleri Gerassimow (70), der auf den Eingang eines schmalen Korridors blickt. Wenig später tritt Putin hervor, Gerassimow geht auf ihn zu. Putin schaut auffällig oft nach unten, der General spricht mechanisch seine Begrüßung. Die Szene wirkt inszeniert für das russische Staatsfernsehen. Kremlnahe Medien verkauften die Bilder als Beweis für Putins Entschlossenheit im Ukraine-Krieg. Das russische Außenministerium sprach von der Absicht, das „terroristische Neonazi-Ungeziefer“ in Kiew endgültig zu „erledigen“.

Der frühere Vize-Innenminister der Ukraine, Anton Heraschtschenko (47), mutmaßt auf X: Die Tarnnetze an den Innenwänden seien reine Dekoration, das Video gestellt. Putin sei nie in einem echten Gefechtsstand gewesen, sondern lediglich in einem Bunker. Die Tarnnetze dienten offenbar dazu, militärische Ausrüstung oder verräterische Reflexionen zu verbergen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Unklarer Ort und widersprüchliche Erfolgsmeldungen

Nach dem Schnitt betritt Putin einen Konferenzraum mit mehreren Kommandeuren, ebenfalls mit Tarnnetzen und Karten des Frontverlaufs. Putin hebt die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka als strategischen Erfolg hervor. Doch Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) widerspricht: Er fordert Putin auf, ihn in der Stadt zu treffen – wenn die Russen sie tatsächlich kontrollierten, sei das „kein Problem“. Der Kreml lehnt ab und schlägt stattdessen eine Waffenruhe vor.

Beobachter halten es für bezeichnend, dass parallel zu Putins Propagandabildern ein weiterer Angriff auf ein Ölterminal in Sankt Petersburg gemeldet wird. Die Erfolgsmeldung falle in eine Zeit wachsender Unzufriedenheit in Russland über Benzinmangel und Drohnenangriffe tief im eigenen Land.

Putin unter Druck: Hohe Verluste und innenpolitische Spannungen

Donald Trumps früherer Sondergesandter für die Ukraine, General Keith Kellogg (82), sieht Putin unter enormem Druck. „Die Sowjets haben Afghanistan verlassen nach dem Verlust von 18.000 Soldaten. Putin hat 1,2 bis 1,4 Millionen Soldaten in der Ukraine verloren“, so Kellogg im Sender TVP World. „Er muss sich fragen, ob er der nächste Zar ist, der ermordet wird.“

Die Bilder des müden Putin in Uniform stehen im Kontrast zur aggressiven Rhetorik des Kremls. Sie werfen die Frage auf, ob der Diktator wirklich die Kontrolle hat – oder ob die Inszenierung nur die wachsende Schwäche kaschieren soll.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration