Merz telefoniert mit Familie des getöteten Studenten in Trier
Merz spricht mit Familie des getöteten Studenten

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 22-jährigen Studenten in Trier hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Familie des Opfers angerufen. Der Vater des Getöteten, Thomas Dick, berichtete in Landstuhl (Kreis Kaiserslautern) von einem emotionalen Gespräch. Die Bundesregierung bestätigte den Anruf.

Tat und Hintergründe

Der Student war am vergangenen Mittwoch in der Nähe der Universität Trier auf offener Straße erstochen worden. Tatverdächtig ist ein 22-jähriger Afghane, der laut Ermittlungen aus unbekannten Gründen mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper des Opfers gestochen haben soll. Täter und Opfer kannten sich nicht.

Den Ermittlungen zufolge leidet der Tatverdächtige an einer psychischen Erkrankung, aufgrund derer er sich zuletzt in psychiatrischer Behandlung befand. Er wurde vorläufig in der geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht.

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Forderungen der Familie

Die Eltern des Opfers setzen sich dafür ein, dass sich eine solche Tat nicht wiederholt. Diese Botschaft hätten sie auch dem Kanzler mitgegeben, sagte Vater Thomas Dick. „Politik, ändert was, setzt euch zusammen, beschließt was, macht was!“

In der Verbandsgemeinde Landstuhl liegt seit heute Morgen ein Kondolenzbuch aus, in dem Bürger ihre Anteilnahme ausdrücken können. Ein Sprecher der Gemeinde erklärte, das Opfer sei ein „Original-Landstuhler“ gewesen. Das Buch solle bis zur noch nicht terminierten Beisetzung ausliegen.

Aufenthaltsstatus des Tatverdächtigen

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums lebt der 22-jährige Tatverdächtige seit mehr als zehn Jahren in Deutschland. Er reiste als unbegleiteter Minderjähriger ein. Ein Asylantrag aus dem Jahr 2017 wurde abgelehnt, jedoch ein „zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot“ festgestellt, sodass sein Aufenthalt erlaubt blieb. Im Jahr 2023 erteilte die Ausländerbehörde Trier ihm eine Niederlassungserlaubnis. Der Afghane besuchte in Deutschland die Schule, schloss eine Berufsausbildung ab und war seit mehreren Jahren berufstätig.

Die Diskussionen über die Tat und die migrationspolitischen Konsequenzen halten an. Der Fall wirft erneut Fragen zum Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern und psychisch kranken Straftätern auf.

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