Der ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew, der bei einer Explosion in Monaco schwer verletzt wurde, erhebt schwere Vorwürfe gegen den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. In einem von seinen Anwälten verbreiteten Schreiben heißt es: „Aufgrund der uns vorliegenden Ermittlungsergebnisse haben wir keinen Zweifel daran, dass aktive Offiziere der Hauptnachrichtendienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, allgemein bekannt als HUR, direkt an diesem Attentatsversuch beteiligt waren.“
Hintergrund des Anschlags
Die Tat ereignete sich vor zwei Wochen am Abend am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco. Eine Person hatte dort ein Paket abgelegt, das explodierte, als Jermolajew gemeinsam mit seiner Partnerin und einem Sohn das Gebäude verließ. Alle drei wurden schwer verletzt. Der 58-jährige Oligarch steht seit Dezember 2023 unter ukrainischen Sanktionen; Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft ihm eine Kooperation mit Russland vor. Jermolajew zählte regelmäßig zu den reichsten Ukrainern.
Ermittlungen und Festnahmen
Nach der Explosion fahndeten die Behörden nach einer tatverdächtigen Ukrainerin mit Wohnsitz in Deutschland. Wenige Tage später wurde die Frau erschossen in der Ukraine aufgefunden. Die mutmaßlichen festgenommenen Täter sind Offiziere des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR. Die Staatsanwaltschaften in Monaco und Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes und einer Sprengstoffstraftat, äußerten sich jedoch bisher nicht zu den Anschuldigungen oder dem Ermittlungsstand.
Vorwürfe gegen die Führung
In dem Schreiben von Jermolajew heißt es weiter, dass „Personen aus dem Umfeld der derzeitigen und ehemaligen Führung des Dienstes“ beteiligt gewesen seien. Der Geschäftsmann spricht von einem gezielten Mordversuch. Die ukrainische Regierung hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht offiziell geäußert. Der Fall belastet die Beziehungen zwischen der Ukraine und Monaco sowie Frankreich, wo die Ermittlungen laufen.



