Die frühere britische Gefängnisministerin und Brexit-Befürworterin Ann Widdecombe ist am 8. Juli 2026 in ihrem Haus in Devon ermordet worden. Der Angeklagte Joshua Kerry (28) soll sie mit 21 Hammerschlägen getötet haben. Das geht aus der Anhörung vor dem Old Bailey in London hervor.
Blutige Tat im Küchenbereich
Staatsanwalt Kashif Malik schilderte vor Gericht, dass Kerry am 9. Juli mit einem roten Vauxhall Corsa zum Anwesen von Widdecombe fuhr. Er streifte schwarze Handschuhe über und schlich durch die Vordertür ins Haus. In der Küche saß die 78-Jährige beim Mittagessen. Überwachungskameras zeigen, wie Kerry fragte: „Sie haben wohl keine Bankkarten und keinen Ausweis dabei?“ Unmittelbar danach schlug er mit einem Hammer zu – insgesamt 21 Mal. Widdecombe brach blutüberströmt zusammen, Kerry trat sie vom Stuhl in die Blutlache, nahm ihre Geldbörse und floh. Der gesamte Angriff dauerte nur zwei Minuten.
Gärtner entdeckt Leiche
Widdecombe hatte an diesem Tag ein TV-Interview geben sollen. Als das Produktionsteam sie nicht erreichen konnte, kontaktierte es ihre persönliche Assistentin. Diese bat den Gärtner, nach ihr zu sehen – was er einen Tag später tat. Er fand das Haus unverschlossen vor, die Tür nur durch einen Türstopper blockiert. In der Küche lag die Politikerin mit dem Gesicht in einer riesigen Blutlache. Die Überwachungsvideos führten die Ermittler zu Kerry. Zwei Tage nach dem Leichenfund wurde er im fast fünf Autostunden entfernten Rotherham festgenommen. In seiner Mülltonne fand die Polizei einen blutigen Hammer und Handschuhe – beide trugen die DNA von Widdecombe.
Tatverdächtiger ohne Regung
Kerry, der früher bei einer Aufzugsfirma gearbeitet haben soll, lebte allein mit seinem Hund in einem Reihenhaus. Sein Onkel beschrieb ihn als schüchtern und nannte ihn „einen sanften Riesen“. Bei der Anhörung verfolgte Kerry die blutigen Details emotionslos und nahm keine Stellung zu den Vorwürfen. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um einen terroristischen Anschlag oder einen politisch motivierten Mord handeln könnte. Bislang wurden mehr als 800 Spuren verfolgt. Der Leiter der Nationalen Terrorismusbekämpfung, Assistant Commissioner Laurence Taylor, teilte mit: „Wir suchen derzeit keine weiteren Personen im Zusammenhang mit diesem Vorfall.“
Nächste Schritte im Verfahren
Die nächste Anhörung ist für den 9. Oktober 2026 geplant, der Prozessbeginn vorläufig auf den 8. Juni 2027 festgelegt. In Großbritannien steht auf Mord lebenslange Haft; in schweren Fällen bleibt der Verurteilte ohne Bewährungschance ein Leben lang in Haft.



