Anklage nach Mord an britischer Ex-Ministerin Widdecombe
Mord an Widdecombe: 28-Jähriger angeklagt

Die britische Staatsanwaltschaft hat einen 28-jährigen Mann wegen Mordes an der früheren Ministerin Ann Widdecombe angeklagt. Die ultrakonservative Politikerin und prominente Brexit-Befürworterin war am 9. Juli tot in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon aufgefunden worden. Der Leichnam der 78-Jährigen wies laut Polizei schwere Verletzungen auf und lag vermutlich 24 Stunden lang unentdeckt.

Ermittlungen zu möglichem Terrorhintergrund

Staatsanwalt Frank Ferguson erklärte am Montag: „Die polizeilichen Ermittlungen zu den Motiven des Beschuldigten dauern an, einschließlich der Prüfung eines möglichen politischen oder terroristischen Hintergrunds.“ Eine zusätzliche Anklage wegen einer Terrortat gebe es derzeit nicht. Die Polizei hatte bereits in den Tagen nach der Tat eine Antiterroreinheit mit den Ermittlungen beauftragt, nachdem sich Hinweise auf eine politische Tat verdichtet hatten. Später bestätigten die Ermittler, dass es sich um einen gezielten Angriff gehandelt habe.

Festnahme in Yorkshire

Wenige Tage nach dem Auffinden der Leiche wurde der 28-jährige Brite im Hunderte Kilometer entfernten Yorkshire festgenommen. Britische Medien veröffentlichten ein Foto des mutmaßlichen Täters aus dem Jahr 2022: Es zeigt einen Mann mit Brille, langem Haar und Bart, der ein großes Glas mit Schokoladeneiern im Arm trägt. Ferguson bat darum, keine Informationen zu der Tat zu veröffentlichen, die das Verfahren in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnten.

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Politische Karriere und Kontroversen

Ann Widdecombe saß von 1987 bis 2010 für die konservativen Tories im britischen Parlament. Später zog sie für die Brexit-Partei von Nigel Farage ins Europäische Parlament ein und wurde Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat ultrakonservative Ansichten: Sie forderte die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von trans Personen aus. Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie bekannt, etwa durch Auftritte bei „Strictly Come Dancing“ und „Celebrity Big Brother“.

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