Orban ruft nach Razzia bei Fidesz zum Widerstand auf
Orban ruft nach Razzia bei Fidesz zum Widerstand auf

Nach der Razzia in den Büros der Fidesz-Partei des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orban hat dieser zum Widerstand aufgerufen. Er warf der neuen Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Peter Magyar am Mittwoch Tyrannei vor und kündigte an, dass seine Partei alle friedlichen Mittel einsetzen werde, um dagegen anzukämpfen. Bereits am späten Dienstagabend erklärte Orban in einer ersten Reaktion auf Facebook, Ungarn sei kein demokratisches Land mehr.

Orbans erste Stellungnahme nach Wahlniederlage

Orban rief seine Anhänger zur Wiederherstellung der Demokratie auf. Es war seine erste politische Äußerung seit seiner deutlichen Wahlniederlage im April. Orban war 16 Jahre lang im Amt. Kurz zuvor hatte die nationalkonservative Fidesz-Partei mitgeteilt, die Staatsanwaltschaft habe Büros mit ihren Internetservern durchsucht. Die Behörde erklärte in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters, die Aktion stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Veruntreuung und anderer Straftaten beim Nationalen Kulturfonds während Orbans Regierungszeit.

Orban weist Korruptionsvorwürfe zurück

Orban wies die Korruptionsvorwürfe zurück. Die Server seien beschlagnahmt worden, teilte Orban bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit. Die neue Regierung von Ministerpräsident Magyar verabschiedete unlängst eine Verfassungsänderung, die die Amtszeit von Präsident Tamas Sulyok und dem Leiter des Verfassungsgerichts beendet. Das neue politische System sei illegitim, sagte Orban. „In Ungarn hat wieder das Zeitalter der Tyrannei begonnen.“

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Fidesz kündigt friedlichen Widerstand an

Fidesz werde alle friedlichen Mittel gegen den Machtmissbrauch innerhalb und außerhalb des Parlaments einsetzen. Das Parlament wird in Kürze einen neuen Präsidenten wählen. Die Verfassungsänderung wurde mit einem schweren Vertrauensverlust begründet. Sulyok wurde 2024 von Fidesz-Abgeordneten gewählt.

Magyars Tisza-Partei mit Zweidrittelmehrheit

Magyars Tisza-Partei verfügt über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Dies ermöglicht ihr Änderungen aus Orbans 16-jähriger Amtszeit rückgängig zu machen, die nach Magyars Worten der Demokratie geschadet haben. Die Tisza-Partei bestreitet ein autoritäres Vorgehen gegen politische Gegner. Sie hat sich stattdessen auf die Fahnen geschrieben, die Korruption einzudämmen und sich europäischen Grundsätzen wieder anzunähern.

Orbans umstrittene Amtszeit

Orban selbst stand während seiner Regierungszeit wegen demokratischer Defizite in der Kritik und lag mit der EU häufig im Streit über Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenrechte. Tisza kommt einer aktuellen Umfrage des Instituts Median zufolge derzeit auf 60 Prozent Zustimmung, während Fidesz bei 18 Prozent liegt. Die Fidesz-Partei befindet sich seit der Wahl in einer Krise, in der vergangenen Woche trat ihr Fraktionschef zurück.

Mehr: Wechsel von Ex-Außenminister zu BYD: Ungarn kündigt Untersuchung an rtr Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Legen Sie das Handelsblatt als Ihre wichtige Nachrichtenquelle fest.

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