Irans Präsident Peseschkian fordert radikalen Kurswechsel und dementiert Rücktritt
Peseschkian fordert Kurswechsel und dementiert Rücktritt

Irans Präsident Massud Peseschkian hat mit ungewöhnlich klaren Worten eine grundlegende Änderung des Führungsstils in der Islamischen Republik gefordert. Gleichzeitig wies sein Büro Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt entschieden zurück.

Peseschkian: Führung darf nicht auf Elite beschränkt sein

In einer Rede, die von der den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurde, sagte Peseschkian: „Die Führung des Landes kann nicht allein aus einer begrenzten Gruppe von Führungskräften und Beamten bestehen.“ Stattdessen verlangte er die Einbindung aller gesellschaftlichen Schichten, wirtschaftlicher Akteure, Wissenschaftler und der breiten Bevölkerung in den Entscheidungsprozess.

Der als Reformer geltende Präsident betonte: „Je ehrlicher man mit der Bevölkerung spricht und sie in die Entscheidungsfindung und Problemlösung einbezieht, desto größer ist die Chance, Herausforderungen erfolgreich zu meistern.“ Seine Forderung steht in scharfem Kontrast zur aktuellen Machtstruktur des Landes, in der viele Schlüsselpositionen seit Jahrzehnten von Personen mit engen Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden besetzt sind.

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Rücktrittsgerüchte dementiert

Das Büro von Peseschkian wies Berichte zurück, wonach der Präsident seinen Rücktritt beim obersten Revolutionsführer Modschtaba Chamenei eingereicht habe. In einer Stellungnahme hieß es: „Präsident Peseschkian wird nicht davon ablassen, dem Volk zu dienen.“ Die Gerüchte waren in den sozialen Medien und von regimekritischen Exilgruppen verbreitet worden.

Appell zum Energiesparen

Zugleich rief Peseschkian die Bevölkerung erneut zum Energiesparen auf. „Gelingt es nicht, den Verbrauch von Strom, Gas und anderen Energieträgern zu senken, wird dies Teile der Industrieproduktion beeinträchtigen“, warnte er. Die Gesellschaft müsse sich der bestehenden Realitäten sowie der Anforderungen und Kosten des Widerstands bewusst sein. Der Iran befindet sich seit dem Angriff der USA und Israels Ende Februar in einem Krieg. Das Land leidet seit Jahrzehnten unter einer der schlimmsten Diktaturen der Welt und wurde durch Misswirtschaft und Sanktionen ausgeplündert und heruntergewirtschaftet.

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