Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich besorgt über die jüngsten Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz auf saudiarabische Öltanker im Roten Meer geäußert. Er befürchte, dass hier eine Eskalation im Raum stehen könnte, sagte Pistorius am Rande eines Besuchs bei dem Rüstungsunternehmen Hensoldt in Oberkochen. "Das geht ganz eindeutig in die falsche Richtung", warnte er.
Huthi-Angriffe auf saudische Öltanker
Die Huthi-Miliz hatte nur wenige Tage nach der Bekanntgabe einer Seeblockade im Roten Meer nach eigenen Angaben zwei saudiarabische Öltanker beschossen. Aus Saudi-Arabien hieß es am Donnerstag, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen. Damit ist nach der Straße von Hormus eine weitere wichtige Schifffahrtsroute gefährdet. US-Präsident Donald Trump drohte der Huthi-Miliz am Donnerstag eine "bedeutende militärische Bestrafung" an.
Pistorius warnt vor fatalen Folgen
"Das Ganze hat fatale Folgen für die Menschen in der Region, aber eben auch für alle Länder der Welt, die von Energielieferungen und anderen Lieferungen aus der Region abhängen", sagte Pistorius. Er sei "sehr besorgt über die Entwicklung". Mit Blick auf den Konflikt zwischen den USA und Iran äußerte er aber auch die Hoffnung, "dass wir bald eine Situation haben werden, die es dann wirklich erlaubt, über einen Waffenstillstand, eine Feuerpause usw. zu reden".
Zurückhaltung bei Atomabkommen
Zurückhaltend äußerte sich Pistorius zu dem Atomabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien. "Ich kenne keine Details, ich kenne keine genauen Inhalte", sagte der Minister. "Bislang scheint mir das mehr oder weniger eine Absichtserklärung zu sein." Er könne dies jedoch nicht einschätzen und sei daher vorsichtig "mit einer möglicherweise voreiligen Einordnung". Das Abkommen soll sich auf die zivile Nutzung von Atomenergie beziehen, es gibt dagegen aber auch sicherheitspolitische Bedenken unter anderem von Israel.



