Die polnische Luftwaffe hat nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abgefangen. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz warf Moskau eine „aggressive Überwachung“ vor und sprach von einer „russischen Provokation“.
Abfangaktionen an drei aufeinanderfolgenden Tagen
Bereits am Dienstag informierte Kosiniak-Kamysz über eine erste Aktion: Polnische Kampfjets hätten ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 abgefangen und zum Rückzug gezwungen. Am Mittwoch schrieb der Minister auf X, Russland führe eine „aggressive Überwachung unserer Übungen zur Zusammenführung der Luftverteidigungssysteme über der Ostsee“ durch. Daraufhin seien erneut Flugzeuge in Malbork aufgestiegen, um zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 abzufangen. Über der Ostsee hätten schwedische Jäger die russischen Maschinen eskortiert. Am Donnerstagnachmittag seien abermals zwei Su-30 und wenig später eine Il-20 abgefangen worden. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilte der Verteidigungsminister mit.
Russische Erkundungsflüge nehmen wieder zu
Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des Nato-Mitglieds Polen haben Warschauer Angaben zufolge nach einer Pause wieder zugenommen. Russland und Nato-Staaten geraten über der Ostsee bereits seit Monaten aneinander; die Lage ist wegen des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine angespannt. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukrainekrieg Provokationen gegen ein Nato-Mitglied unternehmen könnte. Moskau bestreitet entsprechende Pläne.
Reaktionen aus Warschau
Kosiniak-Kamysz betonte, die Russen testeten erneut die Leistungsfähigkeit der polnischen Flugabwehrsysteme. Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll. Die polnische Luftwaffe ist in erhöhter Alarmbereitschaft, um auf weitere Vorfälle reagieren zu können.



