Polen fängt russische Jets über Ostsee ab – Ukraine erhält 501 Tote zurück
Polen fängt russische Jets ab – Ukraine erhält 501 Tote

Polen hat nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen müssen. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schrieb auf X: „Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme.“ Zwei polnische Maschinen aus Malbork fingen zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Anschließend wurde ein russisches Aufklärungsflugzeug Iljuschin Il-20 etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet. Polnische Flieger eskortierten die Il-20 weiter aufs Meer hinaus, wo schwedische Jets die Begleitung übernahmen. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilte der Minister mit.

Russische Erkundungsflüge nehmen wieder zu

Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des Nato-Mitglieds Polen haben Warschauer Angaben zufolge nach einer Pause wieder zugenommen. Am Dienstag stoppten polnische Jets ein Aufklärungsflugzeug Il-20, am Mittwoch waren es zwei Kampfjets Su-30. Russland und Nato-Staaten teilen sich den Ostseeraum; die Lage ist wegen des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine angespannt. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukraine-Krieg Provokationen gegen Nato-Gebiet unternehmen könnte. Von Moskauer Seite heißt es, man werde keine Nato-Mitglieder angreifen. Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll.

Ukraine und Russland tauschen erneut Soldatenleichen aus

Die Ukraine und Russland haben inmitten laufender Kampfhandlungen erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kyjiw habe 501 Soldatenleichen erhalten, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange bei Telegram mit. Moskau wurden Medienberichten zufolge die Überreste von 31 russischen Soldaten übergeben. Seit Anfang 2025 hat die Ukraine damit fast 21.000 Gefallene zurückerhalten. Gleichzeitig wurden Russland nur etwas über 660 Soldatenleichen übergeben. Der massive Unterschied wird mit dem stetigen Vorrücken der russischen Armee erklärt, bei dem die ukrainischen Truppen ihre Toten nur zum Teil bergen können. Verlustzahlen unterliegen auf beiden Seiten der Geheimhaltung. Über die Zählung von öffentlichen Nachrufen und anderen Daten wird die Zahl der Toten auf ukrainischer Seite auf etwas über 200.000 geschätzt. Die russische Armee hat nach der gleichen Vorgehensweise bereits rund 350.000 Soldaten verloren.

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Ukrainische Regierung ehrt britischen Premier Starmer mit Orden der Freiheit

Die ukrainische Regierung hat den scheidenden britischen Premierminister Keir Starmer bei seinem Abschiedsbesuch in Kyjiw mit dem Orden der Freiheit geehrt. „Großbritannien stand immer an der Seite der Ukraine und tut dies weiterhin, und das schätzen wir sehr“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Starmer. Starmers konservative Amtsvorgänger Rishi Sunak und Boris Johnson hatten den Orden in der Vergangenheit ebenfalls erhalten. Selenskyj bedankte sich bei Starmer, der aller Voraussicht nach am Montag den Amtssitz in der Londoner Downing Street verlässt, und wünschte ihm „viel Glück“. Starmer dankte Selenskyj und sagte weitere Unterstützung für Kiew zu. Großbritanniens Unterstützung für die Ukraine werde sich „niemals ändern“, auch wenn er sein Amt aufgebe, sagte Starmer. „Euer Kampf ist unser Kampf. Eure Sicherheit ist unsere Sicherheit.“

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Opfer von Explosion in Monaco bezichtigt Kyjiws Geheimdienst

Der ukrainische Geschäftsmann, der bei der Explosion in Monaco vor zwei Wochen schwer verletzt worden ist, bezichtigt den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR der Tat. „Aufgrund der uns vorliegenden Ermittlungsergebnisse haben wir keinen Zweifel daran, dass aktive Offiziere der Hauptnachrichtendienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, allgemein bekannt als HUR, direkt an diesem Attentatsversuch beteiligt waren“, heißt es in einem von Wadym Jermolajew über seine Anwälte verbreiteten Schreiben. Beteiligt gewesen seien „Personen aus dem Umfeld der derzeitigen und ehemaligen Führung des Dienstes“, schreibt der Geschäftsmann, der von einem gezielten Mordversuch spricht. Die mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaften in Monaco und im französischen Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes und einer Sprengstoffstraftat. Zu der Tat war es abends am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco gekommen. Zuvor hatte eine Person dort ein Paket abgelegt, das explodierte, als Jermolajew zusammen mit seiner Partnerin und einem Sohn das Gebäude verließ. Alle drei wurden dabei schwer verletzt. Wadym Jermolajew (58) ist seit Dezember 2023 mit ukrainischen Sanktionen belegt, Präsident Wolodymyr Selenskyj warf ihm Kooperation mit Russland vor.

Kreml spielt Russlands Wirtschaftsprobleme herunter – Experte warnt

Die russische Regierung hat im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wirtschaftliche Probleme eingeräumt. „Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Regierung und Präsident Wladimir Putin wüssten, was zur Steuerung und Verbesserung der Lage zu tun sei. „Die makroökonomische Stabilität ist vollständig gewährleistet“, fügte er hinzu. Peskow reagierte damit auf eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Zentralbank, die eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in den Unternehmen zeigte. Der Geschäftsklimaindex der Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Gleichzeitig stiegen die Preiserwartungen der Unternehmen deutlich. Der Investmentbanker und Wirtschaftsprofessor Jewgeni Kogan wies darauf hin, dass es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 nur fünf Monate gegeben habe, in denen sich der Indikator schneller verschlechtert habe. Ein Abrutschen in den negativen Bereich sei in der Vergangenheit mit Wirtschaftskrisen verbunden gewesen, erklärte der Professor an der Moskauer Higher School of Economics. Die steigenden Inflationserwartungen deuteten zudem auf einen starken Kostenanstieg hin. Dieser sei eine Folge der Treibstoffknappheit, die durch die zunehmenden ukrainischen Gegenangriffe auf russische Ölraffinerien verursacht werde. „Im Ergebnis könnte die Kraftstoffkrise sowohl den Preisanstieg beschleunigen als auch die Wirtschaft in eine Rezession stürzen“, schrieb Kogan auf seinem Telegram-Kanal.

IAEA verurteilt Tötung von Chefingenieur von ukrainischem AKW Saporischschja

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat die Tötung des Chefingenieurs des Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine angeprangert. IAEA-Chef Rafal Grossi sprach am Donnerstag im Onlinedienst X von einem „inakzeptablen Angriff auf das Kraftwerk und dessen Leitung, der die nukleare Sicherheit ernsthaft gefährdet“. Die Behörde fordere „die sofortige Einstellung aller Angriffe, die auf kerntechnische Anlagen und deren Personal abzielen oder in deren Nähe stattfinden“. Russland hatte die Tötung des Ingenieurs Alexander Jakowlew der Ukraine zugeschrieben. Moskau warf den ukrainischen Streitkräften am Mittwoch vor, Jakowlew mit Hilfe einer Drohne „gezielt“ getötet zu haben. Es habe sich um einen „gezielten Terroranschlag des Kiewer Regimes“ gehandelt, erklärte der russische Atomkonzern Rosatom, der das Kraftwerk beaufsichtigt, das in von Moskau kontrolliertem Gebiet liegt. Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme.

Ukrainisches Parlament bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj

In der Ukraine hat das Parlament den neuen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj bestätigt. Für die Ernennung stimmte eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten. 226 waren notwendig gewesen. Korezkyj leitete bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Er ist der dritte Regierungschef des Landes seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022. Als seine wichtigsten Prioritäten nennt Korezkyj vor den Abgeordneten die Verteidigung der Ukraine, die wirtschaftliche Stabilität und den angestrebten Beitritt zur Europäischen Union. Eine der wichtigsten Aufgaben des 48-Jährigen besteht zudem in der Vorbereitung des Landes auf den nächsten Kriegswinter.