Berliner Polizei sichert Islamismus-Debatte in Neukölln ab
Polizei sichert Islamismus-Debatte in Neukölln ab

Debatte über Muslimbruderschaft: Polizei in Berlin-Neukölln in Bereitschaft

Am Freitag wird im Rathaus Neukölln eine Diskussion über die Muslimbruderschaft stattfinden. Neben namhaften Islamismus-Experten wird auch die Polizei vor Ort sein, da Störungen durch radikale Muslime nicht ausgeschlossen werden können. Die Veranstaltung trägt den Titel „Muslimbruderschaft in Berlin“ und beleuchtet die Aktivitäten der transnationalen rechtsradikalen Bewegung ägyptischen Ursprungs in der Hauptstadt.

Ziel der Debatte ist es, „Strategien des politischen Islam“ zu erkennen. Dabei geht es um Fragen wie: In welchen Vereinen sind Islamisten aktiv? Wie finanzieren sie sich? Welche Kontakte bestehen zu Parteien, Schulen und Behörden? Die Veranstaltung wird von Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) eröffnet. Weitere Redner sind der Journalist Sascha Adamek, der sich intensiv mit Islamismus beschäftigt, und Seyran Ateş von der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee.

Islamisten und Salafisten zeigen Interesse

Nach Informationen des Tagesspiegels hat ein bekannter Salafist sein Kommen angekündigt. Islamisten aller Couleur – sowohl sunnitische Fanatiker wie die Muslimbrüder, die der palästinensischen Hamas nahestehen, als auch Salafisten, aus denen der „Islamische Staat“ hervorging – sehen die Veranstaltung kritisch. Auch Schiiten, die dem iranischen Mullah-Regime anhängen, könnten protestieren. In Neukölln haben alle Strömungen des Islamismus Moscheen und Treffpunkte.

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Politische Beteiligung und Kontroversen

Für das Podium haben sich Berlins Sozialstaatssekretär Aziz Bozkurt (SPD) und Neuköllns Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt (CDU) angekündigt. Auch Vertreter von Grünen und Linken wurden eingeladen, doch ihre Teilnahme ist noch ungewiss. In der Vergangenheit wurde Kritik an Islamismus aus diesen Parteien mitunter als „rassistisch“ bezeichnet. Bürgermeister Hikel und die Integrationsbeauftragte Güner Balci waren ebenfalls Ziel solcher Vorwürfe.

Sicherheitsexperten zufolge könnten auch Anhänger des 2025 vom Bundesinnenministerium verbotenen Netzwerks „Muslim Interaktiv“ zum Rathaus kommen. Diese Gruppe stammt aus dem Umfeld der bereits 2003 verbotenen, überwiegend türkischen „Hizb ut-Tahrir“ und warb auf sozialen Medien wie TikTok und Instagram für ein Kalifat. In einem solchen Gottesstaat würden drakonische Scharia-Strafen gelten und „Ungläubige“ getötet oder versklavt.

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