Polen trauert: Staatsbürgerin stirbt bei CSD-Anschlag in Berlin
Polnische Tote bei CSD-Anschlag: Regierung kondoliert

Die polnische Regierung hat mit Bestürzung und Trauer auf den Tod einer polnischen Staatsbürgerin bei dem mutmaßlich islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin reagiert. „Wir sprechen der Familie und den Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus“, schrieb der Sprecher des Außenministeriums auf der Plattform X. Der polnische Konsul in Berlin stehe bereits in engem Kontakt mit den deutschen Behörden und werde der Familie die notwendige konsularische Unterstützung zukommen lassen.

Hintergründe der Tat: Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Bei der Tat wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Der mutmaßliche Täter, ein 30-jähriger Mann mit afghanischen Wurzeln namens Abdul B., wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz getroffen und verstarb noch am Tatort. Die Berliner Polizei bestätigte, dass die Ermittlungen zu einem möglichen islamistischen Hintergrund laufen. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gab am Montagmorgen bekannt, dass es sich bei dem Todesopfer um eine polnische Staatsangehörige handele, die gemeinsam mit ihrer Tochter in Berlin gewesen sei. Wegner drückte sein tiefes Mitgefühl aus und versprach eine lückenlose Aufklärung. „Unser Land steht in dieser schweren Stunde eng an der Seite Polens“, erklärte er.

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Reaktionen aus Polen: Bestürzung und Zusammenhalt

Die Nachricht vom Tod der polnischen Staatsbürgerin löste in Warschau große Bestürzung aus. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich bisher nicht persönlich, jedoch ließ das Außenministerium umgehend eine Stellungnahme veröffentlichen. „Wir sind zutiefst erschüttert über den sinnlosen Tod einer jungen Mutter. Unser Konsulat in Berlin arbeitet bereits mit Hochdruck daran, die Hinterbliebenen zu unterstützen“, hieß es aus dem Ministerium. Auch die polnische Botschaft in Berlin zeigte sich fassungslos und sprach der Familie ihr Beileid aus. In den sozialen Medien entzündete sich eine Debatte über Sicherheit bei Großveranstaltungen, insbesondere im Hinblick auf islamistischen Terror.

Der Anschlag ereignete sich auf der Strecke der CSD-Parade, die jährlich Tausende Besucher anzieht. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen, die Teilnehmer aufgefordert, die Gegend zu verlassen. Viele Besucher berichteten von Panik und Chaos. Ein Sprecher des CSD Berlin sagte: „Wir sind fassungslos und traurig. Dieser Anschlag trifft uns in der Mitte unserer Gemeinschaft. Wir werden dennoch weiter für Toleranz und Akzeptanz kämpfen, aber heute stehen die Opfer im Vordergrund.“

Auswirkungen und politische Reaktionen

Der Anschlag hat auch in der deutschen Politik für Entsetzen gesorgt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach der polnischen Regierung sein Beileid aus und erklärte: „Dieser feige Anschlag auf ein Fest der Toleranz trifft uns alle. Wir werden den Kampf gegen den islamistischen Terror mit aller Entschlossenheit fortsetzen.“ Der polnische Außenminister Radosław Sikorski bedankte sich in einem Telefonat bei seinem deutschen Amtskollegen Annalena Baerbock für die schnelle und professionelle Hilfe der Berliner Behörden. „In Zeiten der Not zeigt sich, wie eng verbunden wir als europäische Nationen sind“, so Sikorski.

Der Fall wirft auch Fragen nach der Sicherheit bei Großveranstaltungen auf. Die Berliner Polizei kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte an. Die Ermittler suchen derzeit nach möglichen Hintermännern und prüfen, ob der Täter allein handelte. Nach Angaben der Polizei befand sich Abdul B. bereits seit mehreren Jahren in Deutschland und war polizeilich nicht als Islamist bekannt. Dennoch geben die Behörden an, Hinweisen auf mögliche Radikalisierung nachzugehen.

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Die polnische Gemeinde in Berlin ist tief getroffen. Die örtliche polnische Kirche kündigte eine Gedenkmesse für das Opfer an. „Wir wollen für die Seele der Verstorbenen beten und den Angehörigen Trost spenden“, sagte der Pfarrer. Derweil hat die polnische Regierung ein klares Zeichen der Solidarität gesetzt: Das Außenministerium rief alle polnischen Staatsbürger in Deutschland auf, wachsam zu sein und bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei zu verständigen.