Das britische Verteidigungsministerium hat einen schwerwiegenden Vorfall im Europäischen Nordmeer gemeldet. Ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Tupolew Tu-142 (Nato-Codename: Bear F) sei dem Flugzeugträger HMS Prince of Wales wiederholt bedrohlich nahegekommen. Die Maschine habe mehrere Sonarbojen in der Nähe des Trägers abgeworfen und nicht auf Funksprüche auf internationalen Sicherheitsfrequenzen reagiert.
Vorfall bereits Anfang Juli – London veröffentlicht Details jetzt
Nach Angaben des Ministeriums ereignete sich der Vorfall bereits Anfang Juli; die veröffentlichten Fotos datieren auf den 2. Juli 2026. Die britische Marine ließ zwei F-35-Kampfjets von der Prince of Wales aufsteigen, um die Tu-142 abzufangen und aus dem Gebiet zu eskortieren. Das Ministerium bezeichnete die russische Aktion als „unsicher und unprofessionell“. Russland äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem Vorfall.
Sonobojen, auch als Sonarbojen bezeichnet, werden eingesetzt, um U-Boote aufzuspüren. Ihr Abwurf in unmittelbarer Nähe eines militärischen Verbands gilt als provokativer Akt, der die Spannungen in der Region weiter verschärft.
Hintergrund: Operation Firecrest und Nato-Gipfel
Der britische Marineverband befindet sich für die mehrmonatige Operation Firecrest im Nordatlantik und Hohen Norden. Ziel ist es, mit starker Präsenz russische Aggression abzuschrecken und die Unterwasserinfrastruktur zu schützen. Der Zeitpunkt des Vorfalls ist brisant: Ab morgen treffen sich die Nato-Mitgliedstaaten im türkischen Ankara zu einem Gipfel. Der Umgang mit dem zunehmend aggressiven russischen Auftreten in Nord- und Ostsee sowie mutmaßliche Spionage- und Sabotageaktivitäten der sogenannten russischen Schattenflotte sorgen in der Allianz für Unruhe.
Erwartet wird, dass der Ukraine auf dem Nato-Gipfel weitere Hilfen von mindestens 70 Milliarden Euro pro Jahr bis Ende 2027 zugesichert werden. Am Rande des Gipfels ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant. Die USA vermitteln bereits seit Längerem im Ukraine-Konflikt, bislang jedoch ohne größere Erfolge.



