Massiver Luftangriff: Russland trifft Kiew erneut mit Raketen und Drohnen
Russland greift Kiew erneut mit Raketen und Drohnen an

Kiew. Eine erneute Welle russischer Drohnen und Raketen hat die ukrainische Hauptstadt Kiew getroffen. Unter einem eingestürzten Wohnhaus suchen Retter nach Vermissten. Nur knapp zehn Tage nach einem massiven Luftangriff auf Kiew hat Russland die Hauptstadt erneut mit zahlreichen Raketen und Drohnen attackiert.

Heftige Explosionen im Zentrum von Kiew

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) waren im Zentrum von Kiew in der Nacht zum Dienstag heftige Explosionen zu hören. „Explosionen in der Stadt. Die Luftabwehr ist aktiv“, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung auf, unbedingt in Schutzräumen zu bleiben. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen.

Klitschko und Militärverwalter Tymur Tkatschenko berichteten von mehreren Bränden in der Stadt, die teilweise durch herabfallende Trümmerteile abgeschossener Raketen verursacht wurden. Im Bezirk Podilskyj sei ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet seien. An einem anderen Ort habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt.

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Angriffe auch auf andere Städte

Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden auch aus den Großstädten Charkiw, Dnipro und Saporischschja gemeldet. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland bei seinen Attacken auch ballistische Raketen ein. Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.

Selenskyj warnt vor fehlender Luftabwehr

Russland hatte Kiew erst vor anderthalb Wochen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. „Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren.

Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte Selenskyj. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Beide Kriegsparteien setzen dabei massiv Drohnen und Raketen gegen Ziele im Hinterland des Gegners ein.

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