Schleyer-Sohn bewegt: BKA ermittelt mit neuen RAF-Spuren gegen Klette
Schleyer-Sohn bewegt: BKA ermittelt neu

Fast 49 Jahre nach der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die Rote Armee Fraktion (RAF) hat das Bundeskriminalamt (BKA) die Ermittlungen wieder aufgenommen. Nach Informationen der BILD sollen Beweise aus dem Schleyer-Fall mit neuen Spuren aus den Ermittlungen gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette (67) abgeglichen werden. Der zuständige Bundesanwalt habe die Anordnung für die sogenannte Doppeltreffersuche erteilt.

Auslöser: Festnahme von Daniela Klette

Entscheidend für die neuen Ermittlungen ist der spektakuläre Zugriff auf Klette im Jahr 2024 in Berlin. Bei anschließenden Razzien in ihrer Wohnung und weiteren Verstecken der linksextremistischen Szene stellten die Ermittler umfangreiches neues Material sicher. Die Hoffnung: Es könnte Antworten auf die Frage liefern, wer Schleyer getötet hat.

Jörg Schleyer (72), der Sohn des Ermordeten, reagierte tief bewegt, als BILD ihn über die neuen Ermittlungen informierte. Er erinnert sich an ein goldenes Feuerzeug, das seit der Entführung seines Vaters fehlt. „Sollte meines Vaters Feuerzeug bei der Hausdurchsuchung von Daniela Klette gefunden worden sein, wäre das mehr als eine Überraschung“, sagte er. Die Hoffnung: An diesen Gegenständen könnten heute noch DNA-Spuren der RAF-Mörder haften.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vermisste Gegenstände: Feuerzeug und Krawatte

Neben dem Feuerzeug fehlen bis heute zahlreiche weitere Gegenstände – darunter die Krawatte, die Schleyer am Tag seiner Entführung trug. Wiedergefunden wurden lediglich seine goldene Armbanduhr sowie Reisekoffer und Aktentasche, die die Terroristen im Dienstwagen zurückgelassen hatten. Welche Kleidungsstücke oder Beweisstücke noch heute in den Asservatenkammern des BKA lagern, weiß Jörg Schleyer nicht.

Die modernsten mikrobiologischen Untersuchungen geben ihm Hoffnung: „Wenn der Mord durch Hightech nach so vielen Jahren noch vollständig aufgeklärt werden könnte, wäre das für uns Nachkommen eine große Erleichterung.“ Auch für die Familien anderer RAF-Opfer sei jede neue Spur wichtig. „Das ist ein neuer Strohhalm für uns Angehörige der Mordopfer, an dem wir Hoffnung auf Aufklärung saugen können.“

Verurteilung Klettes und private Spurensuche

Im Mai 2026 wurde Daniela Klette vom Landgericht Verden wegen 13 Überfällen auf Geldtransporter zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung wurden viele Gegenstände beschlagnahmt. Jörg Schleyer hat jahrelang selbst nach Antworten gesucht. Er reiste sogar nach Skopje (Nordmazedonien), um mit der früheren RAF-Terroristin Silke Maier-Witt (76) zu sprechen. „Als ich aus Skopje zurück war, war ich sehr froh über die wenigen Informations-Mosaiksteinchen, die ich bei diesem Zusammentreffen doch zusammensetzen konnte.“

Die neuen BKA-Ermittlungen könnten nun endgültige Klarheit über den Mord an Hanns Martin Schleyer bringen, der am 5. September 1977 entführt und am 18. Oktober 1977 tot im Elsass aufgefunden wurde. Die Tat war Teil des Deutschen Herbstes, der die Bundesrepublik erschütterte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration