Sechste Nacht: US-Armee bestätigt neue Angriffe auf Ziele im Iran
Sechste Nacht: US-Armee bestätigt neue Iran-Angriffe

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die sechste Nacht in Folge Ziele im Iran attackiert. Die Angriffe seien um 14 Uhr US-Ostküstenzeit (21.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden, teilte das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Ziel sei es, „die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen.“

Das US-Militär hatte erst am Mittwoch erneut und in zwei Wellen den Iran angegriffen. Teheran reagierte mit Beschuss auf Ziele in der Region – unter anderem meldeten die mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain Angriffe. Auch Jordanien meldete erneuten Beschuss aus dem Iran.

Trump droht mit Angriffen auf zivile Infrastruktur

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran diese Woche einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump am Mittwoch: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“

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Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.

Iranische Medien: US-Angriffe um Insel Keschm

Die USA haben iranischen Medienberichten zufolge erneut Angriffe rund um die iranische Golfinsel Keschm nahe der Straße von Hormus ausgeführt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Donnerstag unter Berufung auf örtliche Behörden von einem US-Raketenangriff in der Nähe von Keschm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, ein Korrespondent habe berichtet, dass Orte rund um die Insel von US-Geschossen getroffen worden seien.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete zudem, dass die Hafenstadt Bandar Abbas am Donnerstagabend Ziel der „Aggression des amerikanischen Feindes“ geworden sei.

Leavitt: Iran will weiter Abkommen mit den USA

Der Iran soll nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert sein. „Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Leavitt vor der Hauptstadtpresse in Washington. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt im Weißen Haus seit der Geburt ihres zweiten Kindes im Mai.

Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife.

Israels Parlament beschließt umstrittenes Mediengesetz

Das israelische Parlament hat ein umstrittenes Mediengesetz gebilligt. Laut Kommunikationsminister Schlomo Karhi soll die Reform den bisher regulierten Sektor durch den Abbau von Bürokratie liberalisieren und den Wettbewerb stärken. Kritiker dagegen fürchten, dass das Gesetz es der Regierung ermöglicht, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Sie befürchten auch mehr Druck auf regierungskritische Sender.

Das neue Gesetz sieht eine neue Medienbehörde vor, bei der die Regierung einen deutlich größeren Einfluss auf die Besetzung erhält. Befürworter argumentieren, israelische Medien seien eher links oder liberal und konservative Positionen kämen zu kurz. Deshalb seien ausgewogenere Wettbewerbsbedingungen notwendig.

Huthi drohen Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen drohen Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen, sollte sich das Nachbarland an einer „umfassenden Aggression“ gegen den Jemen beteiligen. Auch andere kritische Infrastruktur in dem Land würde dann Ziel der Raketen und Drohnen der Huthi, sagte deren Anführer Abdul Malik al-Huthi.

Die Huthi haben Raketen auf das Königreich abgefeuert, nachdem sie Riad beschuldigt hatten, am Montag den Flughafen in Sanaa bombardiert zu haben. Damit endete eine vierjährige Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthi und dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien.

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Iran fordert Huthi-Miliz zu Vorbereitung von Blockade am Roten Meer auf

Iran hat die Huthi-Rebellen im Jemen Insidern zufolge aufgefordert, sich auf eine Sperrung des Seewegs für Öltransporte im Roten Meer vorzubereiten. Dies solle für den Fall geschehen, dass die USA die iranische Energieinfrastruktur angreifen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Ein solcher Schritt würde die weltweite Energieversorgung massiv bedrohen, da die wichtigste Route durch die Straße von Hormus bereits vom Iran blockiert wird.

Die Pläne wurden in der Führung der Islamischen Republik diskutiert und an die verbündeten Huthis übermittelt, hieß es aus iranischen und regionalen Kreisen. Eine Stellungnahme des iranischen Außenministeriums oder der Huthis lag zunächst nicht vor.

Syrien: Waffenlieferung für Hisbollah an Grenze zum Irak abgefangen

Syrien hat nach eigenen Angaben an seiner Grenze zum Irak eine für die pro-iranische Hisbollah im Libanon bestimmte Waffenlieferung abgefangen. Die Waffen, darunter auch Raketen, seien an der Grenze zu seinem östlichen Nachbarland beschlagnahmt worden, erfuhr die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag aus Kreisen des syrischen Innenministeriums.

Den Innenministeriumskreisen zufolge „vereitelten Spezialeinheiten einen Versuch, eine Lieferung hochentwickelter Waffen und Raketen über die syrisch-irakische Grenze zu bringen“. Erste Ermittlungen ergaben demnach, dass „die Lieferung durch Syrien zugunsten der terroristischen Hisbollah-Miliz transportiert werden sollte“.

Iran greift erneut Kuwait an – Schiff vor irakischer Küste getroffen

Das Golfemirat Kuwait ist nach Armeeangaben erneut mit Drohnen aus dem Iran angegriffen worden. Die Luftabwehr bekämpfe derzeit „feindliche Drohnenangriffe“ infolge der „kriminellen Aggression des Iran“, erklärte der kuwaitische Generalstab am Donnerstag. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren in Kuwait Explosionen zu hören, dem Generalstab zufolge wurden diese vom Abfangen der Drohnen verursacht.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte Kuwait iranische Drohnenangriffe gemeldet. Das iranische Militär erklärte, Radaranlagen, ein Patriot-Luftabwehrsystem und Treibstofflager auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem angegriffen zu haben. Auch US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Jordanien wurden nach iranischen Angaben attackiert.

Trumps Ex-Verteidigungsminister: USA können Iran-Krieg nicht aus der Luft gewinnen

US-Präsident Donald Trump will die Luftangriffe auf den Iran ausweiten, um das Regime in Teheran in die Knie zu zwingen. Doch Mark Esper, Verteidigungsminister in Trumps erster Amtszeit, bezweifelt, dass das gelingen kann. Der Zeitung „Financial Times“ sagte er: „Ich bin mir nicht sicher, ob es eine große Veränderung bringen würde, wenn wir die Bombardements so wieder aufnehmen, wie wir es vor Monaten getan haben, und sie über einen längeren Zeitraum fortsetzen.“ Teherans Wille, die Straße von Hormus zu kontrollieren, lasse sich so nicht brechen, so Esper.

Stattdessen müssten die USA versuchen, den Iran „wirtschaftlich zu strangulieren“. Dazu seien jedoch „Zeit, Geduld und Disziplin“ sowie internationale Unterstützung nötig. Und das Vorgehen habe einen Preis: „für eine gewisse Zeit höhere Benzinpreise“.