Selenskyj genehmigt 40-tägige Offensive gegen Russland
Selenskyj billigt 40-tägige Offensive gegen Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele gebilligt. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Die Ukraine greift seit Monaten Objekte in Russland oder in den besetzten Gebieten an, wobei der Schwerpunkt auf der Ölindustrie liegt.

Lukaschenko warnt vor Kriegsausweitung

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko rief nach Spekulationen um eine Beteiligung seines Landes am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu Gesprächen auf. Er habe erst kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow. „Unsere Position ist friedliebend“, sagte Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. „Lasst uns verhandeln, Leute.“

Lukaschenko warnte die Ukraine zudem davor, sein Land in den Krieg zu verwickeln. Er habe Vertretern des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kürzlich bei einem Treffen in Minsk unmissverständlich gesagt: „Leute, sagt eurem Präsidenten: Wenn er glaubt, dass er so mit uns reden kann – und uns obendrein in einen Krieg hineinziehen kann –, dann muss er verstehen, dass sich die Art des Krieges sofort ändern würde“, sagte Lukaschenko im Fernsehen. Belarus habe nicht die Absicht, gegen Ukrainer zu kämpfen.

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Ukraine erhält erste Milliarden aus EU-Hilfskredit

Die Ukraine hat die lang erwartete erste Zahlung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU erhalten. Etwa drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen wurden ausgezahlt, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Ukraine Recovery Conference in Danzig sagte. In den kommenden Tagen solle auch der erste Teil von sechs Milliarden Euro für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. „Das ist gelebte Solidarität“, sagte von der Leyen.

Von den neuen EU-Finanzhilfen für die Ukraine sind 60 Milliarden für Verteidigung vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll in diesem Jahr fließen – weitere 45 Milliarden könnten im kommenden Jahr folgen. Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orban ihn zuvor monatelang blockiert hatte.

Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank

Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig (Gdansk) geschlossen worden, sagte Swyrydenko laut einer Mitteilung. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga zusammen. Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft in dem vom Krieg gezeichneten Land. 1,04 Milliarden US-Dollar werden speziell für wirtschaftliche Entwicklung als Kredit gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan. Es wurden keine Angaben gemacht, wann das Geld ausgezahlt wird. In ihrem Abwehrkampf gegen Russland ist die Ukraine finanziell von Zuwendungen des Auslands abhängig.

Ukrainische Firma will Raketenabwehrsystem beschleunigen

Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will nach einer Übereinkunft mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollten Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagte Fire-Point-Mitgründer Denys Schtylierman der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Das ukrainische Unternehmen und Hensoldt hatten erst Mitte Juni eine Absichtserklärung zum Bau eines ballistischen Raketenabwehrsystems unterzeichnet. Hensoldt soll für das System sein Hochleistungsradar TRML-4D liefern. Zudem stehe Fire Point vor dem Abschluss weiterer Partnerschaften mit europäischen Rüstungsunternehmen für das Projekt, sagte Schtylierman.

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Kreml weist Bericht über Druck auf Belarus zurück

Russland wies einen Medienbericht zurück, wonach es das benachbarte Belarus für eine Ausweitung des Krieges gegen die Ukraine unter Druck setzt. Einem Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ vom Mittwoch zufolge will die Regierung in Moskau Belarus als Ausgangsbasis für verstärkte Angriffe nutzen und droht mit dem Entzug finanzieller Hilfen. Dies entspreche nicht der Realität, entgegnete Kremlsprecher Dmitri Peskow. Belarus sei der engste Verbündete Russlands. Russische Truppen hatten das belarussische Staatsgebiet zu Beginn des Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 als Aufmarschgebiet genutzt.

Belarus sieht sich nach Angaben von Verteidigungsminister Wiktor Chrenin dem Versuch ausgesetzt, in den Ukraine-Krieg hineingezogen zu werden. Einen konkreten Urheber der mutmaßlichen Versuche nannte er jedoch nicht. Chrenin warnte in diesem Zusammenhang vor wachsendem Druck von außen: „Derzeit werden Anstrengungen unternommen, den vom Westen in der Ukraine ausgelösten bewaffneten Konflikt zu verlängern und sogar auszuweiten“, heißt es in einer von seinem Ministerium veröffentlichten Mitteilung. „Wir sind uns heute sehr wohl bewusst, dass ein unverhohlener Versuch unternommen wird, Belarus in den Krieg hineinzuziehen.“

Frankreich fängt erneut Tanker der russischen Schattenflotte ab

Die französische Marine fing nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron erneut einen Tanker der russischen Schattenflotte ab. Das Schiff sei vor der Küste Siziliens aufgebracht worden, schrieb Macron auf der Plattform Instagram. „Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert.“ Ein dazu von Macron veröffentlichtes Video zeigt Soldaten, die sich von Hubschraubern auf den Tanker „Deliver“ abseilen. Der Einsatz erfolgte wenige Tage nach einer ähnlichen Aktion Großbritanniens. Frankreich fing damit den fünften Tanker ab, den das Land der russischen Schattenflotte zurechnet. Die Regierung in Moskau bezeichnet solche Vorgehen als illegal. Mit der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die westlichen Sanktionen zu umgehen und sein Öl auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Dabei kommen oft veraltete Tanker mit unklaren Besitzverhältnissen zum Einsatz, die auch eine Gefahr für die Umwelt darstellen können.

Israelische Airline El Al setzt Moskau-Flüge aus

Die israelische Fluggesellschaft El Al setzt ihre Flüge zwischen Tel Aviv und Moskau für die kommenden Tage aus. Grund dafür seien die Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, teilte das Unternehmen mit. El Al nannte in diesem Zusammenhang Zwischenfälle in der Luftfahrt in der Region, ohne zunächst genauer darauf einzugehen. In der kommenden Woche werde die Fluggesellschaft die Lage neu bewerten. Die Ukraine verstärkte zuletzt ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur und hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj unter anderem ein Öllager in der südrussischen Region UFA rund 1500 Kilometer von der Grenze entfernt beschossen.

Selenskyj: Ukrainische Armee attackiert erneut russische Öl-Anlagen

Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Öllager in der südrussischen Region Krasnodar sowie zwei Ölraffinerien in der Region Ufa tief im Landesinneren angegriffen. Die Anlagen in Ufa liegen rund 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. „Die Russen sollten über echte Diplomatie nachdenken, anstatt erneut zu versuchen, andere auszutricksen oder Zeit zu gewinnen“, schrieb Selenskyj auf der Online-Plattform X. „Der Krieg muss beendet werden.“ Zuvor hieß es von den Behörden in Ufa, dass nach der Abwehr eines Drohnenangriffs Trümmerteile in ein Industriegebiet abgestürzt seien, der Betrieb in den drei großen Ölraffinerien der Stadt aber normal weiterlaufe. Die Nachrichtenagentur Tass berichtete zuvor unter Berufung auf örtliche Behörden, dass das Öllager Poltawskaja in Krasnodar brenne. Das Feuer sei offenbar durch herabstürzende Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne ausgelöst worden.