Israelische Siedler legen Feuer an Moschee im Westjordanland
Siedler legen Feuer an Moschee im Westjordanland

Israelische Siedler haben in der Nacht zum Sonntag eine Moschee im besetzten Westjordanland in Brand gesetzt. Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft At-Tuwani, wie ein AFP-Reporter berichtete. Der Eingang des Gebäudes war schwarz vom Ruß, an den Außenwänden prangten hebräische Schriftzüge und ein Davidstern.

Angriff auf mehrere Gebäude

Laut Dorfvorsteher Mohammed Rabie legte eine Gruppe von etwa 20 Siedlern, teils maskiert, Feuer an der Moschee sowie an zwei weiteren Häusern und einer Molkerei. Als die Bewohner aus den Gebäuden kamen, flohen die Täter. Die Dorfbewohner löschten die Brände eigenständig.

Die israelische Polizei teilte mit, sie habe Einsatzkräfte entsandt und eine Untersuchung eingeleitet. Rabie bestätigte, dass Armee, Polizei und Feuerwehr den Tatort inspizierten. Der palästinensische Aktivist Ossama Mahamra berichtete hingegen, der Angriff habe sich vor den Augen israelischer Soldaten ereignet – in unmittelbarer Nähe befinde sich ein Wachturm der Armee.

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Gewalt erreicht neuen Höhepunkt

Seit dem Hamas-Großangriff am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gazakrieg hat die Gewalt im Westjordanland drastisch zugenommen. Nach einer AFP-Zählung auf Basis des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 1088 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Auf israelischer Seite starben mindestens 46 Menschen, darunter Soldaten und Zivilisten.

Das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) erklärte, die Zahl der Siedlerangriffe habe ein „beispielloses Ausmaß“ erreicht. Im Durchschnitt komme es zu sechs Angriffen pro Tag. Erst am Samstag erlag ein 17-jähriger Fußballspieler seinen Verletzungen, die ihm eine Woche zuvor ein israelischer Siedler zugefügt hatte.

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