Suchterzeugung ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells von Social-Media-Plattformen. Großbritannien hat nun ein Verbot für Kinder und Jugendliche angekündigt. Deutschland sollte diesem Beispiel folgen und nicht auf den Ethikrat hören.
Großbritannien macht ernst
Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer (Labour) plant, Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung vieler Social-Media-Apps zu untersagen. Starmer betont, dass soziale Medien Kinder unglücklich machten und Mobbern das Schikanieren erleichterten. Er hat recht. Zudem seien diese Plattformen bewusst so gestaltet, dass sie süchtig machen – eine weitere zutreffende Feststellung.
Die Beweislage ist eindeutig
Seit der Veröffentlichung von Gerichtsunterlagen im April ist klar: Die großen Tech-Konzerne wissen genau, wie ihre Produkte auf Kinder und Jugendliche wirken. Dennoch haben sie sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Änderungen entschieden. Sucht ist Teil des Geschäftsmodells.
Deutschland: Jeder Fünfte betroffen
Auch in Deutschland ist Social-Media-Sucht kein Randphänomen mehr. Laut einer Untersuchung der DAK Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt in der Altersgruppe der Zehn- bis 17-Jährigen jeder Fünfte ein riskantes Nutzungsmuster.
Diskussion um Altersgrenze
In Deutschland wird ebenfalls über eine gesetzliche Altersgrenze diskutiert, allerdings für unter 14-Jährige. Obwohl dieser Vorschlag unter den Grenzen anderer Länder liegt, hat sich der Ethikrat zuletzt dagegen ausgesprochen. Dabei wäre ein Verbot ein wichtiger Schritt zum Schutz der Jugend.



