Ein Video aus der russischen Region Wolgograd zeigt, wie ein Mann vor einer Tankstelle zeltet, um Benzin oder Diesel zu ergattern. Die Aufnahmen, die der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Gerashchenko, auf der Plattform X verbreitete, zeigen zwei Zelte, einen Tisch mit Getränken sowie eine Matte und Kissen. Die Szene verdeutlicht die dramatische Treibstoffknappheit in Russland, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Ölanlagen verschärft wird.
Putin redet Krise klein – Exportstopp verordnet
Kremlchef Wladimir Putin versucht seit Tagen, die Spritkrise herunterzuspielen. Am Mittwoch stoppte seine Regierung den Export von Diesel und erlaubte gleichzeitig Importe aus dem Ausland. „Das erlaubt uns, die Lieferungen auf den Binnenmarkt zu erhöhen“, sagte Vizeregierungschef Alexander Nowak. Doch die Maßnahmen zeigen wenig Wirkung: In vielen Regionen warten Autofahrer stundenlang, Videos dokumentieren kilometerlange Staus vor Tankstellen.
Ukrainische Angriffe auf Ölindustrie
Grund für den Mangel sind anhaltende Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Ölanlagen. Erst in der Nacht zu Donnerstag setzten ukrainische Drohnen zwei Öldepots in Brand. Zudem griff die Ukraine nach eigenen Angaben zwölf Tanker im Asowschen Meer an. Die Angriffe treffen die russische Treibstoffversorgung empfindlich.
Putins Zustimmung auf Tiefststand
Der Treibstoffmangel setzt auch Putin persönlich unter Druck. Laut einer Umfrage der kremlnahen „Stiftung für öffentliche Meinung“ (FOM) sank die Zustimmung für den Kremlführer innerhalb einer Woche von 74 auf 69 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der vollständigen Invasion der Ukraine im Februar 2022. Da die FOM dem Kreml zuarbeitet, dürften Putins Werte in Wahrheit noch schlechter sein.



