Der britische Premierminister Keir Starmer hat angedeutet, seinem innerparteilichen Rivalen Andy Burnham nach einem möglichen Wahlerfolg einen Posten im Kabinett anbieten zu können. In einem Interview mit der Sky-Journalistin Beth Rigby erklärte der Labour-Politiker auf die Frage, ob er Burnham einen Kabinettsposten offerieren würde: „Ja, ich möchte, dass er eine große Rolle in der Regierung spielt.“ Ob er damit sein Amt retten oder zumindest Zeit gewinnen kann, gilt jedoch als fraglich.
Burnham als potenzieller Nachfolger gehandelt
Der populäre Andy Burnham, derzeit noch Bürgermeister von Manchester, wird bereits als möglicher Nachfolger des glücklosen und unbeliebten Premiers gehandelt. Am Donnerstag findet im Wahlkreis Makerfield eine Nachwahl für einen Sitz im Parlament statt, bei der Burnham für Labour antritt. Es gilt als nahezu sicher, dass Burnham Starmer im Falle eines Erfolgs um den Parteivorsitz herausfordern will – dafür benötigt er jedoch zunächst ein Mandat im Parlament.
Starmer kündigte an, nach dem Wochenende mit Burnham sprechen zu wollen. Er betonte, dies habe er in den vergangenen Wochen ohnehin oft getan. „Er ist eine große Bereicherung, er war ein fantastischer Bürgermeister in Manchester“, sagte der ins Straucheln geratene Premier. Burnham sei „eine fantastische Bereicherung für unsere Partei und für unser Land“.
Starmers schwierige Lage
Keir Starmer steckt in einer schier aussichtslosen Krise. Seit Monaten steht er parteiintern unter Druck, mehrere Minister haben ihm jüngst den Rücken gekehrt. Zuletzt erlitt die Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales eine krachende Niederlage und verzeichnete zugunsten der Rechtspopulisten von Reform UK herbe Verluste. Sollte Starmer nicht selbst seinen Rücktritt ankündigen, dürfte es zu einem Sturzversuch in der Fraktion kommen.
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