Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat US-Präsident Donald Trump zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika ein Glückwunschschreiben übermittelt. Der Brief, der dem SPIEGEL exklusiv vorliegt, enthält neben freundlichen Worten auch subtile Kritik an der aktuellen US-Politik.
Glückwünsche mit mahnenden Untertönen
In dem Schreiben würdigt Steinmeier die historische Bedeutung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und die langjährige deutsch-amerikanische Freundschaft. Gleichzeitig betont er die Bedeutung gemeinsamer Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – eine indirekte Kritik an Trumps Politikstil. „Die Vereinigten Staaten waren und sind ein Leuchtturm der Freiheit“, schreibt Steinmeier. „Doch diese Freiheit muss täglich verteidigt werden, auch gegen innere Anfechtungen.“
Historischer Kontext und aktuelle Bezüge
Der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 2026 fällt in eine Zeit politischer Spannungen zwischen den USA und Europa. Steinmeier erinnert an die gemeinsame Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg und die Rolle der USA bei der deutschen Wiedervereinigung. Zugleich mahnt er zur Zusammenarbeit in globalen Krisen wie dem Ukraine-Krieg und dem Klimawandel. „Unsere Partnerschaft ist unverzichtbar – aber sie lebt von gegenseitigem Respekt und dem Bekenntnis zu gemeinsamen Regeln“, heißt es in dem Brief.
Reaktionen aus Berlin und Washington
Aus dem Bundespräsidialamt verlautete, der Brief sei am Dienstag an das Weiße Haus übermittelt worden. Eine offizielle Stellungnahme Trumps steht noch aus. Politische Beobachter werten die Formulierungen als bewusst gewählte Spitze gegen Trumps „America First“-Kurs. Der Brief sei „ein diplomatisches Meisterwerk“, das Freundschaft und Kritik vereine, so ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.



