Taiwan führt Anti-Kommunismus-Kurse beim Militär wieder ein
Taiwan führt Anti-Kommunismus-Kurse beim Militär ein

Taiwans Militär führt nach mehr als 20 Jahren Pause wieder Anti-Kommunismus-Kurse ein. Das Verteidigungsministerium in Taipeh verwies am Sonntag zur Begründung auf eine wachsende militärische Gefahr sowie auf Infiltrationsversuche durch China. Für beides solle an der Militärakademie künftig wieder systematisch sensibilisiert werden, wie das Ministerium ausführte.

Ziel der Schulungen: Bewusstsein für Freund und Feind

„Ziel ist es, bei den Absolventen ein klares Bewusstsein für Freund und Feind zu schaffen“, so das Ministerium. In den Schulungen sollten sie lernen, wie eine Bedrohung der nationalen Sicherheit aussehe und für welche Ziele das Militär kämpfe. Im Kalten Krieg waren Warnungen vor China allgegenwärtig. Die ausdrücklich anti-kommunistische Ausbildung beim Militär endete 2002.

Hintergrund: Chinesische Ansprüche und militärische Aktivitäten

Die Regierung in Peking betrachtet die demokratisch regierte Insel als eigenes Staatsgebiet und hat den Einsatz militärischer Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ansprüche nie ausgeschlossen. Taiwan weist diese Ansprüche strikt zurück. Eine Stellungnahme des chinesischen Verteidigungsministeriums zur Wiederaufnahme der Schulungen in Taiwan lag zunächst nicht vor. Das chinesische Militär ist fast täglich rund um die Insel aktiv; zuletzt beobachtete Taiwan so viele chinesische Schiffe wie noch nie.

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China und Russland planen gemeinsame Marinemanöver

In den Blick geriet am Sonntag auch ein Seegebiet nördlich von Taiwan: Die chinesische und die russische Marine werden laut dem Pekinger Verteidigungsministerium im Juli gemeinsame Übungen in den Gewässern und im Luftraum vor der chinesischen Stadt Qingdao abhalten. Qingdao liegt am Gelben Meer ungefähr gegenüber von Südkorea. „Nach den Übungen werden einige Einheiten beider Seiten in relevante Gebiete des Pazifiks abrücken, um gemeinsame Seepatrouillen abzuhalten“, hieß es aus Peking. Es handele sich um jährlich stattfindende Manöver. Sie zielten darauf ab, „gemeinsam auf Sicherheitsherausforderungen zu reagieren und den Frieden sowie die Stabilität in der Region zu wahren“.

Russische Marineeinheiten bereits in Qingdao eingetroffen

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA sind die Übungen von Montag an für eine Woche geplant. Ein Kreuzer, eine Korvette, ein U-Boot und ein Rettungsschiff der russischen Pazifikflotte seien in Qingdao eingetroffen, um an den Manövern teilzunehmen. Die Wiederaufnahme der Anti-Kommunismus-Kurse in Taiwan erfolgt vor dem Hintergrund dieser verstärkten militärischen Aktivitäten Chinas in der Region.

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