Telefonat zwischen Wegner und Merz: Kanzleramt dementiert, Senat beharrt
Telefonat Wegner-Merz: Kanzleramt dementiert

Im Streit um ein mögliches Telefonat zwischen Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) während des großflächigen Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 stehen sich die Aussagen des Bundeskanzleramts und der Berliner Senatskanzlei unversöhnlich gegenüber. Das Bundeskanzleramt erklärte schriftlich, es habe kein persönliches Gespräch zwischen Merz und Wegner gegeben, weder telefonisch noch in Anwesenheit. Die Senatskanzlei unter Wegner hingegen beharrt darauf, dass ein Telefonat am 4. Januar stattfand.

Hintergrund des Streits

Der Streit entzündet sich an unterschiedlichen Darstellungen über die Kommunikation während des Berliner Blackouts. Wegner hatte in einem RBB-Beitrag am 5. Januar gesagt: „Gestern habe ich einmal mehr mit dem Bundeskanzler gesprochen.“ Die Senatskanzlei bestätigte damals ein Telefonat am 4. Januar. Das Kanzleramt widerspricht nun ausdrücklich: In einem Schreiben an das Verwaltungsgericht Berlin heißt es, dass „der Bundeskanzler während der Dauer des fragegegenständlichen Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 kein persönliches Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Wegner geführt hat, weder in Anwesenheit persönlich noch telefonisch.“ Ein Regierungssprecher bestätigte diese Informationen auf BILD-Anfrage.

Senatskanzlei bleibt bei ihrer Version

Wegners Sprecherin Christine Richter hält dagegen: „Erstens stand der Regierende Bürgermeister bereits am 3. Januar mit dem Bundeskanzleramt im Austausch. Zweitens hat der Regierende Bürgermeister am 4. Januar mit dem Bundeskanzler telefoniert.“ Damit bezichtigt die Senatskanzlei das Kanzleramt indirekt der Unwahrheit. Die Frage, warum das Kanzleramt ein Telefonat dementieren sollte, bleibt offen. Das Kanzleramt hatte über Wochen die Auskunft verweigert und auf ein „Interesse der öffentlichen Sicherheit“ verwiesen. Erst ein gerichtlicher Eilantrag brachte die neue Erklärung ans Licht. Den Vorwurf der Vertuschung weist man als „haltlose Vermutungen“ zurück.

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Kommunikationschaos im Kanzleramt?

Es mehren sich Hinweise auf ein Kommunikationschaos im Kanzleramt. Am 17. März hatte ein Regierungssprecher zunächst erklärt, es habe mehrere Gespräche Wegners mit Merz und Kanzleramtsminister Thorsten Frei gegeben. Mitte Mai ruderte eine Regierungssprecherin zurück und sagte, es habe am 3. Januar doch kein Telefonat gegeben. Diese widersprüchlichen Aussagen nähren die Vermutung, dass das Kanzleramt selbst nicht genau wusste, ob und wann telefoniert wurde. Aufklären könnte dies nur der Kanzler persönlich.

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