Tomahawk-Kauf: Merz‘ Triumph und Trumps nächster Erfolg
Tomahawk-Kauf: Merz‘ Triumph und Trumps Erfolg

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Kauf von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk für die Bundeswehr bekannt gegeben. Die Vereinbarung, die nur einen Tag nach dem NATO-Gipfel in Ankara publik wurde, wertet Merz als persönlichen Erfolg und als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch russische Mittelstreckenraketen und Hyperschallwaffen. Für US-Präsident Donald Trump ist es ein weiterer Triumph als Dealmaker.

NATO-Gipfel und die überraschende Wende

In seiner Regierungserklärung am Donnerstag lobte Merz den NATO-Gipfel: Er habe alle Erwartungen übertroffen. Dies trotz des neu entbrannten Streits mit Trump über Grönland und Spanien. Die Öffentlichkeit erfuhr erst einen Tag nach dem Gipfel von den erfolgreichen Verhandlungen zum Tomahawk-Kauf. „Die Verhandlungen mit Präsident Trump waren intensiv, aber letztlich erfolgreich“, sagte Merz.

Tomahawk: Neue Fähigkeiten für die Bundeswehr

Die Tomahawk-Marschflugkörper verleihen der Bundeswehr eine Fähigkeit, die den europäischen NATO-Verbündeten bislang weitgehend fehlt: Präzisionsschläge gegen militärische Ziele Tausende Kilometer hinter der Front. Die Ukraine hat sich solche Deep-Strike-Kapazitäten mit viel Erfindergeist und Ingenieurskunst selbst aufgebaut und zeigt, wie wichtig diese im Ernstfall sein können. Deutschland und die NATO reagieren damit auf die Bedrohung durch russische Mittelstreckenraketen und Hyperschallwaffen in Kaliningrad und Belarus.

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Kontroversen im Inland

Der Kauf ist hierzulande nicht unumstritten. Kritiker befürchten eine weitere Eskalation des Konflikts mit Russland und eine zu starke Abhängigkeit von den USA. Befürworter hingegen betonen die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu stärken. Merz selbst verteidigte die Entscheidung: „Wir müssen in der Lage sein, uns gegen jede Form von Aggression zu verteidigen. Die Tomahawk-Körper sind ein entscheidender Schritt in diese Richtung.“

Trumps Rolle als Dealmaker

Der Deal ist auch ein politischer Erfolg für Trump. Der US-Präsident hatte zuvor angekündigt, die NATO „europäischer“ machen zu wollen – ein Ziel, das durch den deutschen Kauf von US-Waffen scheinbar konterkariert wird. Tatsächlich aber stärkt der Kauf die transatlantischen Beziehungen und zeigt, dass Trump als Verhandlungspartner ernst genommen wird. „Trump hat einmal mehr bewiesen, dass er ein Meister des Deals ist“, kommentierte ein Diplomat.

Ausblick

Die Tomahawk-Lieferungen sollen in den kommenden Jahren erfolgen. Die Bundeswehr wird umfangreiche Ausbildung und logistische Anpassungen benötigen. Die Kosten des Deals wurden nicht offiziell genannt, dürften aber im Milliardenbereich liegen. Der Kauf markiert einen Wendepunkt in der deutschen Verteidigungspolitik und könnte Signalwirkung für andere europäische NATO-Staaten haben.

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