WM 2026: Trump gibt Anruf bei Fifa-Chef Infantino zu – Balogun spielberechtigt
Trump bestätigt Einflussnahme bei Fifa-Chef Infantino

US-Präsident Donald Trump hat persönlich bei Fifa-Chef Gianni Infantino interveniert, um die Spielberechtigung von US-Stürmer Folarin Balogun für das Achtelfinale der WM 2026 gegen Belgien zu erwirken. Balogun war im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einer Roten Karte für ein hartes Einsteigen für ein Spiel gesperrt worden. Trump bestätigte am Montag im Oval Office, er habe den Weltverband „um eine Überprüfung gebeten“, da er die Entscheidung des Schiedsrichters für nicht gerechtfertigt halte. Die Fifa hatte am Sonntag überraschend mitgeteilt, dass Balogun trotz der Sperre spielberechtigt sei, und sich auf Artikel 27 des Disziplinarreglements berufen, der eine Aussetzung von Strafen erlaubt.

Beispiellose Einmischung in die Sportgerichtsbarkeit

Der Vorgang gilt als beispiellos und hat weltweit schockierte Reaktionen ausgelöst. Hans E. Lorenz, langjähriger Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, sprach im „Kicker“ von einem „Skandal“ und einem „fatalen Signal für die Sportgerichtsbarkeit“. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin bezeichnete die Entscheidung als „beispiellos, unverständlich und ungerechtfertigt“. Auch Jürgen Klopp, möglicher neuer Bundestrainer, zeigte sich fassungslos: „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt, das stellt alles infrage.“

Rechtliche Grundlage umstritten

Die Fifa-Statuten sehen in Artikel 66.4 vor, dass ein Feldverweis automatisch mit einem Ausschluss für das nächste Spiel einhergeht. Ein Einspruch ist nicht möglich. Artikel 27 erlaubt jedoch eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung. Kritiker sehen einen Widerspruch zwischen den Regelungen. Der belgische Verband hat formell Beschwerde bei der Fifa eingereicht und beruft sich auf Artikel 66.4 sowie auf Artikel 10.5 des WM-Reglements, der die automatische Sperre bekräftigt. Belgiens Trainer Rudi Garcia kommentierte ironisch: „Ich wusste nicht, dass der 5. Juli bei der Fifa der 1. April ist.“

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Trump lobt Infantino als „klugen Kerl“

Trump lobte Infantino am Montag als „klugen Kerl“, der einen guten Job mache. Die Entscheidung der Fifa bezeichnete er als „brillant“. Zuvor hatten die Nachrichtenagentur AP und die „New York Times“ berichtet, Trump habe seinen Einfluss geltend gemacht. Die Affäre wirft grundsätzliche Fragen zur Neutralität des Sports auf und könnte alle Schiedsrichterentscheidungen bei der WM in ein fragwürdiges Licht rücken.

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