US-Präsident Donald Trump hat erneut mit drastischen Maßnahmen gegen den Iran gedroht. In einer Reihe von Äußerungen auf der Plattform Truth Social sowie in einem Interview mit dem Sender Fox News kündigte er an, die für die iranische Ölindustrie strategisch wichtige Insel Charg übernehmen zu wollen. „Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft“ werde man die vollständige Kontrolle über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, so der Republikaner. Gleichzeitig kündigte er schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht an.
Trump: „Man könnte ein Vermögen verdienen“
Im Fox-Interview erklärte Trump, er habe schon immer die Einnahme von Charg bevorzugt. „Um ehrlich zu sein: Ich weiß nicht, ob Amerika den Mut dafür hat. Es ist ein längerer Prozess. Sie wollen, dass unsere Truppen nach Hause kommen. Aber man könnte damit ein Vermögen verdienen.“ Er verwies dabei auf Venezuela, dessen Öl man nach dem Sturz von Nicolas Maduro in millionenfacher Barrel-Menge in die USA bringe. Diese Aussagen kommen vor dem Hintergrund anhaltender militärischer Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA sowie zwischen dem Iran und Israel.
EZB erwartet steigende Inflation durch Iran-Krieg
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Konjunkturprognosen aufgrund des Iran-Kriegs nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet die Notenbank nun eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,0 Prozent – deutlich über dem mittelfristigen Ziel von 2,0 Prozent. Noch im Dezember war die EZB von 1,9 Prozent ausgegangen, korrigierte dies aber im März auf 2,6 Prozent, da der Krieg die Energiepreise in die Höhe trieb. Auch für 2027 wird mit 2,3 Prozent eine Inflationsrate über dem Ziel erwartet, die erst 2028 wieder punktgenau erreicht werden soll.
Indische Seeleute bei US-Einsatz getötet
Bei einem US-Militäreinsatz zur Festsetzung eines Tankers vor der Küste des Oman sind drei indische Seeleute ums Leben gekommen. Dies bestätigte der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal. Es sind die ersten gemeldeten Todesfälle seit Beginn der US-Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen zum Iran am 13. April. Die USA haben im Zuge dieser Einsätze acht Schiffe manövrierunfähig gemacht und mehr als 100 weitere abgedrängt. Indien bestellte den stellvertretenden US-Missionschef ein und legte scharfen Protest ein.
Jordanien fängt 20 iranische Raketen ab
Die jordanische Armee hat nach eigenen Angaben bei dem jüngsten iranischen Angriff auf das Land 20 Raketen abgefangen. Luftabwehrsysteme und die Luftwaffe hätten am frühen Donnerstag die Raketen „abgeschossen“, die vom Iran in Richtung des Gebiets Asrak abgefeuert wurden, wo sich ein Stützpunkt der US-Streitkräfte befindet. Das Gebiet liegt etwa 80 Kilometer östlich von Amman.
Verhandlungen zwischen USA und Iran trotz Angriffen intensiviert
Trotz neuer gegenseitiger Luftangriffe haben die USA und der Iran Insidern zufolge ihre Verhandlungen über ein vorläufiges Friedensabkommen intensiviert. US-Präsident Trump drohte mit weiteren Militärschlägen, sollte die Führung in Teheran nicht unverzüglich einer Vereinbarung zustimmen. Zugleich hieß es aus Diplomatenkreisen, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten Fortschritte machten. Ein zentraler Streitpunkt ist die Freigabe eingefrorener iranischer Öleinnahmen im Ausland. Der Iran fordert die Auszahlung von sechs bis zwölf Milliarden Dollar, während Washington die Gelder schrittweise und ausschließlich für humanitäre Güter bereitstellen will. Das iranische Außenministerium bezeichnete die seit Anfang April geltende Feuerpause als „praktisch bedeutungslos“.
Pakistan zeigt sich „zutiefst besorgt“
Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen hat sich das in dem Konflikt vermittelnde Pakistan „zutiefst besorgt“ gezeigt. Pakistan werde seine Vermittlungsbemühungen trotz der Eskalation fortführen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Diplomatie und Dialog sollten die Prinzipien sein, um eine Lösung für alle strittigen Fragen zu erreichen.
Merz bekräftigt deutsche Bereitschaft zur Sicherung der Straße von Hormus
Kanzler Friedrich Merz hat die deutsche Bereitschaft bekräftigt, sich bei der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen – sobald die Voraussetzungen dafür gegeben seien. Das sagte Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Deshalb setze sich die Bundesregierung für eine diplomatische Lösung des Konflikts ein.
Ölpreise steigen nur leicht
Die Ölpreise haben am Donnerstag erneut mit einem nur vergleichsweise leichten Anstieg auf weitere gegenseitige Angriffe der USA und des Iran reagiert. Die Notierung für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent stieg kurzzeitig auf über 95 US-Dollar, lag am Morgen aber bei 93,50 Dollar – etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag.
Kuwait und Bahrain unter Beschuss
Der Golfstaat Kuwait hat seinen Luftraum wegen erneuten Beschusses aus dem Iran vorübergehend für die zivile Luftfahrt gesperrt. Auch in Bahrain schrillten die Sirenen. Irans Streitkräfte erklärten, die beiden als Verbündete der USA bekannten Nachbarstaaten als Reaktion auf die US-Angriffe attackiert zu haben. Die Revolutionsgarden gaben an, insgesamt 18 Ziele angegriffen zu haben, darunter zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einen in Bahrain. Auch einen US-Stützpunkt in Jordanien habe man mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen.
US-Militär erklärt Angriffe für beendet
Das US-Militär hat seine erneuten Angriffe auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben eingestellt. Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen attackiert worden. Auch nach Abschluss der Angriffe bleibe das US-Militär wachsam und kampfbereit.
22 Staaten fordern Stopp iranischer Angriffe
Deutschland und 21 weitere Staaten haben den Iran aufgefordert, auf ihrem Boden Angriffe auf Menschen einzustellen. „Versuche, Menschen auf unserem Boden zu töten, zu entführen, zu belästigen, einzuschüchtern oder anderweitig anzugreifen, untergraben die nationale Souveränität und internationale Normen“, hieß es in einer Erklärung. Die iranischen Geheimdienste hätten in anderen Ländern „tödliche Anschlagspläne und bösartige Aktionen“ gegen iranische Dissidenten, Journalisten sowie jüdische und israelische Gemeinschaften verfolgt.
Explosionen nahe Teheran
Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich mehrere Explosionen ereignet. Der staatliche Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch. Weiter westlich seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Auch südöstlich von Teheran in Waramin gab es Explosionen.
Iran schließt Straße von Hormus
Nach US-Angriffen schließt der Iran eigenen Angaben zufolge die Straße von Hormus für die Durchfahrt jeglicher Schiffe. Das oberste iranische Militärkommando teilte mit, dass die Anordnung auch Öltanker und Handelsschiffe umfasse. Jedes Schiff, das eine Durchfahrt versuche, werde beschossen. Das US-Militär dementierte eine Komplettsperrung: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und wieder heraus.“



