Trump feiert 80. Geburtstag mit umstrittenem UFC-Käfigkampf vor dem Weißen Haus
Trump feiert 80. Geburtstag mit UFC-Käfigkampf vor Weißem Haus

Trump feiert 80. Geburtstag mit umstrittenem UFC-Kampfspektakel vor dem Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump wird heute 80 Jahre alt und plant an seinem Geburtstag ein kontroverses Kampfsportevent direkt vor dem Weißen Haus. Auf dem Südrasen seines Amtssitzes soll ab 20.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MESZ am Montag) eine Arena für die martialischen Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) aufgebaut werden. Kritiker versuchten, das Event mit einer Klage zu verhindern, scheiterten jedoch.

Bereits im Vorjahr gab es Kritik an Trumps Geburtstagsfeier

Schon an Trumps 79. Geburtstag fand in Washington eine Großveranstaltung statt, die auf viel Kritik stieß: Vor den Augen des Präsidenten wurde eine Militärparade mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern abgehalten. Offiziell handelte es sich um einen Festakt zum 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres, doch viele sahen darin ein persönliches Geschenk für den Präsidenten. Dieser Eindruck entsteht nun erneut.

Offizieller Anlass ist nicht der Geburtstag

Auch beim diesjährigen Kampfspektakel ist der offizielle Anlass nicht Trumps Geburtstag. Stattdessen werden die Feierlichkeiten rund um den 250. Unabhängigkeitstag der USA angeführt, der allerdings auf den 4. Juli datiert ist.

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Was es mit den Käfigkämpfen auf sich hat

Die UFC, eine Kampfsportliga für Mixed Martial Arts (MMA), richtet die Kämpfe aus. Dabei kommen Techniken aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu zum Einsatz. Anders als beim Wrestling sind die Kämpfe nicht gestellt; Blutvergießen, Knochenbrüche und Bewusstlosigkeit sind keine Seltenheit. Gegenseitige Provokationen und Demütigungen der Kämpfer im Ring und auf Pressekonferenzen sind üblich.

In Deutschland galten die Events zu Beginn des Jahrtausends als Schmuddelsport, es gab sogar ein TV-Verbot. Inzwischen ist MMA jedoch massentauglicher geworden und in den USA populär, vor allem bei Männern. Auch Trump saß schon mehrfach als Zuschauer im Publikum. Er gilt als Fan des Kampfsports und als Freund von UFC-Boss Dana White, der ihn im Wahlkampf unterstützte.

Wie das Event Washington verändert

Dass sich ein Großevent vor dem Machtzentrum der US-Regierung anbahnt, ist in Washington kaum zu übersehen. Schon Wochen vor dem Kampf begann auf dem Gelände des Weißen Hauses der Bau einer riesigen Arena. Die achteckige, käfigartige Konstruktion ist von Tribünen für mehr als 4.000 Zuschauer umgeben und wird von einer gewaltigen Kuppel namens „The Claw“ (die Kralle) überspannt, die sogar das Weiße Haus klein wirken lässt.

Im nahegelegenen Ellipse-Park findet zudem ein Fan-Fest statt. Am Samstag ging es los – zur Übertragung des Kampfevents am Sonntag werden dort mehr als 120.000 Schaulustige erwartet. Straßen ringsherum sind wegen der Sicherheitsvorkehrungen großflächig abgesperrt.

Bereits am Freitag liefen einige Fans in UFC-Shirts durch Washington, so auch der 18-jährige Jordan aus dem benachbarten Bundesstaat Virginia. Dass die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses stattfinden, findet er „etwas seltsam“. Der beste Ort für blutige Kämpfe sei das sicherlich nicht. „Aber mal abgesehen vom Politischen: Ich genieße alle Kämpfe, die stattfinden, und freue mich schon riesig darauf.“

Was an dem Spektakel kritisiert wird

Diese Vorfreude teilen längst nicht alle im Land. Einige Kritiker reichten sogar Klage gegen das Event vor Gericht ein. Sie werfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, „um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten – mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt“. Das Gericht wies die Klage jedoch ab, unter anderem mit der Begründung, dass die Einwände zu spät eingebracht worden seien.

Kritisch gesehen wird zudem, dass Trump Ende März in den Besitz von Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar gelangte. Das geht aus veröffentlichten Transaktionen des Präsidenten hervor. Gegnern des Events stößt auch übel auf, dass das Kampfsportspektakel auf Paramount+ übertragen wird. Ihr Vorwurf: Es werde genutzt, um dem Streaminganbieter neue Abos zu bescheren. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist.

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Was für Proteste geplant sind

An den Protesten gegen das UFC-Spektakel beteiligt sich auch die Bewegung „No Kings“ („Keine Könige“), die sich in den USA mit Massendemonstrationen gegen Trumps Politik einen Namen machte. Millionen Menschen folgten ihrem Aufruf zu Protesten an Trumps Geburtstag vor genau einem Jahr.

Auch in diesem Jahr rufen die Organisatoren landesweit zu Veranstaltungen auf, die etwa zeitgleich zum Beginn des Kampfspektakels geplant sind – wenn auch nicht als klassische Straßendemonstrationen. Wer das Prügel-Event ablehnt, soll vielmehr bei sogenannten Watch Parties mitmachen und sich in privaten Wohnzimmern, Gemeinschaftszentren oder Geschäften ein Konzert in New York anschauen, „während der Präsident versucht, das Land mit seinem UFC-Käfigkampf-Spektakel abzulenken“, wie es in einer Mitteilung heißt.

An dem Konzert wollen nach Angaben des Veranstalters „Committee for the First Amendment“ Stars wie die Schauspielerinnen Jane Fonda, Bette Midler und Julia Roberts sowie die Musiker Rufus Wainwright und Patti Smith teilnehmen. Die Aktion soll den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung würdigen, der unter anderem Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit garantiert – also Grundrechte, die Kritiker Trumps in diesen Zeiten durch autokratische Tendenzen gefährdet sehen.