Skurrile Führung: Trump zeigt Merz das „Lewinsky-Zimmer“ im Weißen Haus
Trump führt Merz ins „Lewinsky-Zimmer“ im Weißen Haus

Das Verhältnis zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und US-Präsident Donald Trump (80) hat sich nach dem Nato-Streit abgekühlt. Doch bei einem der ersten Besuche des Kanzlers im Weißen Haus herrschte noch eine gelöste Stimmung. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, führte Trump Merz bei einem kleinen Rundgang in ein Arbeitszimmer direkt neben dem Oval Office – den Raum, den er als „Lewinsky room“ vorstellte.

Was geschah im „Lewinsky-Zimmer“?

Der Raum ist nach Monica Lewinsky benannt, die dort in den 1990er-Jahren mit Ex-Präsident Bill Clinton intim wurde. Die Affäre erschütterte damals das Land und Clintons Ehe. Noch heute ist vielen Amerikanern Clintons Satz „I did not have sexual relations with that woman“ im Gedächtnis. Trump, so der Bericht, nutzt das Zimmer nun anders: Es dient als Lager für MAGA-Fanartikel, darunter rote Kappen und Kartons mit Anzugschuhen der Marke Florsheim.

Zu seinem deutschen Gast sagte Trump laut Bericht: „Nimm mit, was immer du willst!“ Danach witzelte er, Merz‘ Ehefrau Charlotte könne die Mitbringsel später für „tausende Dollar“ verkaufen. Die Szene ist Teil einer umfangreichen Recherche über Trumps zweiten Amtsantritt und den neuen Umgang Europas mit dem US-Präsidenten.

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Merz‘ Reaktion und Trumps Informationsstand

Merz zeigte sich nach dem Treffen überrascht. Ein Mitarbeiter sagte der Zeitung, Trump habe auf den Kanzler „normal“ gewirkt. Er habe zugehört, Fragen gestellt und sich offen für neue Informationen gezeigt. Gleichzeitig sei er bei einigen Themen erstaunlich schlecht informiert gewesen – insbesondere über die militärische Lage in der Ukraine.

Europas Anpassung an Trump

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) hat seinen Stil inzwischen auf Trump zugeschnitten. Laut dem „Wall Street Journal“ schreibt er dem Präsidenten kurze, einfache Sätze voller Lob. Manche Regierungschefs sagten der Zeitung, Rutte wirke wie ein Schauspieler, der ständig in seiner Rolle bleibe. Auch Schweden und Norwegen beraten sich laut der Recherche gegenseitig, bevor sie Trump Nachrichten schicken. Kurios: Bei den Absprachen geht es sogar um die Frage, welche Wörter in Großbuchstaben geschrieben werden sollten, um Trumps Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Ähnlich soll EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) vorgegangen sein. Als Trump neuen Russland-Sanktionen skeptisch gegenüberstand, habe sie den wirtschaftlichen Druck stattdessen als zusätzliche Zölle bezeichnet. Die Berichte zeigen, wie europäische Politiker versuchen, mit Trumps unkonventionellem Stil umzugehen.

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