Mehr als vier Monate nach der Tötung von Ajatollah Ali Khamenei hat dessen Sohn und Nachfolger Mojtaba Khamenei Rache geschworen. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung hieß es: „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen.“ Der 28. Februar 2026 markierte den Tag, an dem ein israelischer Luftangriff auf den Amtssitz in Teheran den langjährigen obersten Führer tötete. Seitdem ist Mojtaba Khamenei nicht öffentlich aufgetreten – was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und seinen Aufenthaltsort nährt.
Waffenruhe brüchig – neue Angriffe erschüttern die Region
Die USA und Israel führten mehr als fünf Wochen Krieg gegen Iran, bis Anfang April 2026 eine Waffenruhe vereinbart wurde. Doch der Frieden hält nicht. Immer wieder kommt es zu gegenseitigen Angriffen, zuletzt vor wenigen Tagen. Besonders der Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Wasserstraßen für den Welthandel, heizt den Konflikt immer wieder an. Die USA und Iran stehen sich unversöhnlich gegenüber.
Trump droht mit „vollständiger“ Zerstörung Irans
US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton. In einem Truth-Social-Post vom Samstag drohte er: „1000 Raketen sind scharf gemacht und auf die Islamische Republik Iran gerichtet. Und Tausende weitere würden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre weltweit geäußerte Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – in diesem Fall mich! – zu ermorden oder einen entsprechenden Versuch zu unternehmen.“ Das US-Militär sei „bereit, willens und in der Lage“, über ein Jahr hinweg alle Gebiete in Iran „vollständig“ zu zerstören. Bereits auf dem NATO-Gipfel hatte Trump Spekulationen über seine Sicherheit angeheizt.
Mojtaba Khamenei: Der unsichtbare Führer
Seit seiner Ernennung zum obersten Führer vor über vier Monaten ist Mojtaba Khamenei nicht öffentlich aufgetreten. US-Medienberichten zufolge soll er bei dem Luftangriff, der seinen Vater tötete, schwer verletzt worden sein. Irans Staatsfernsehen bezeichnete ihn bereits vor Monaten als „Kriegsversehrten“, nannte jedoch keine Einzelheiten. Regelmäßig werden Mitteilungen über seine Internetauftritte veröffentlicht, doch Videoaufnahmen oder Audiobotschaften gibt es nicht. Die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand reißen nicht ab.
Auswirkungen auf die Region und den Welthandel
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran belasten nicht nur die Sicherheitslage im Nahen Osten, sondern auch die globalen Märkte. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports fließen, bleibt ein zentraler Zankapfel. Jede Eskalation könnte die Ölpreise in die Höhe treiben und die Weltwirtschaft weiter destabilisieren. Beobachter warnen vor einem erneuten Flächenbrand, sollte die Waffenruhe endgültig zerbrechen.



