US-Präsident Donald Trump hat persönlich bei der Fifa interveniert, um eine Foulsperre gegen den US-Nationalspieler Folarin Balogun aufheben zu lassen. Der Weltverband gab dem Druck nach und kassierte die Sperre – ein Vorgang, der in der Fußballwelt für Empörung sorgt. Trumps Einmischung wird nun mit ähnlichen Eingriffen von Benito Mussolini und der argentinischen Militärjunta verglichen.
Die Sperre und ihre Aufhebung
Balogun, Stürmer der US-Nationalmannschaft, war nach einem rüden Foul im WM-Spiel gegen Mexiko von der Fifa für zwei Spiele gesperrt worden. Die Sperre hätte ihn für das entscheidende Gruppenspiel und mögliche K.o.-Runden ausfallen lassen. Trump rief daraufhin persönlich bei Fifa-Präsident Gianni Infantino an, wie aus Kreisen des Weltverbandes verlautet. Wenige Stunden später verkündete die Fifa die Aufhebung der Sperre mit der Begründung, eine erneute Prüfung der Videoaufnahmen habe ergeben, dass das Foul nicht sperrwürdig gewesen sei.
Historische Parallelen
Die Einmischung eines Staatschefs in die Entscheidungen der Fifa ist nicht ohne Vorbild. Bereits in den 1930er Jahren setzte sich der italienische Diktator Benito Mussolini erfolgreich für die Aufhebung einer Sperre gegen einen italienischen Spieler ein. Auch die argentinische Militärjunta nutzte 1978 ihren Einfluss, um Schiedsrichterentscheidungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. „Trump reiht sich nahtlos in diese unrühmliche Tradition ein“, kommentiert der Sportjournalist Peter Ahrens. „Die Unabhängigkeit des Fußballs wird durch solche politischen Eingriffe massiv beschädigt.“
Reaktionen aus der Fußballwelt
Die Entscheidung stößt international auf Kritik. Der mexikanische Fußballverband protestierte offiziell bei der Fifa und sprach von einem „Skandal“. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) äußerte sich besorgt: „Wir müssen darauf vertrauen können, dass sportliche Entscheidungen frei von politischer Einflussnahme getroffen werden.“ Fifa-Präsident Infantino hingegen verteidigte die Kehrtwende: „Wir haben den Fall noch einmal unabhängig geprüft und sind zu einem anderen Urteil gekommen.“
Auswirkungen auf das Turnier
Durch die Aufhebung der Sperre kann Balogun im nächsten Spiel der USA gegen England auflaufen. Die USA stehen unter Druck, nachdem sie das Auftaktspiel gegen Mexiko nur 1:1 unentschieden gehalten haben. Balogun, der in der englischen Premier League für Aston Villa spielt, gilt als einer der Schlüsselspieler der US-Mannschaft. Sein Einsatz könnte den Ausgang der Gruppe B entscheidend beeinflussen. Experten sehen die WM nun unter einem Generalverdacht: „Jede Entscheidung der Fifa wird jetzt hinterfragt werden“, so Ahrens. „Der Schaden für den Fußball ist enorm.“



